
DER SPIEGEL
03. August 1981
Im niederösterreichischen Mödling liess der Bürgermeister von der Gendarmerie ein Helnwein-Bild konfiszieren, auf dem im Schoss einer jungen Frau eine blutende Puppe liegt. Der Bürgermeister sah statt der Puppe einen "blutspeienden Penis".
...Aber irgendwie muss es doch so sein, dass in Helnweins Bilder Dinge hineingesehen werden, die nicht vorhanden sind.
Gerd Winklers Kunstwetterlage
Pardon
01. September 1972
Die unkeuschen Kinder krähen vor Vergnügen;der feine Herr sitzt auf der Wurst; böse Buben stossen einen Türken in die Schlucht; schon wieder greift der Kerl dem Jungen in den Mund!
Der Mann der solche Sachen in Mischtechnik (Farbstifte auf Aquarell und Tusche) in die Kunst einbringt, heisst Gottfried Helnwein, ist 24 Jahre alt, wirkt in Wien und liebt Kinder. Weil er das tut, malt er sie als Monstren mit lädierten und geflickten Köpfen. Viele Österreicher finden das peinlich. Karl Stingl, Bürgermeister in Mödling bei Wien, alarmierte sogar die Polizei.