"Die Leute waren von meinen Bildern schockiert", sagte er über seine Anfänge.
Heute ist der Künstler 56 Jahre alt, leistet sich ein Atelier in Los Angeles und ein Schloß im Süden Irlands.
Nach Auftritten in aller Welt ist Helnwein nun auf Ausstellungstour in Deutschland mit seinen Zeichnungen und Aquarellen, mit den hyperrealistischen Grusel-Gemälden, den porentiefen Prominentenporträts, mit digitalen Riesenfotos aus jüngerer Zeit und mit Proben seiner vieldiskutierten Arbeit als Bühnenbildner. Jetzt gastiert die Schau verändert und erweitert in der Ludwig-Galerie Schloß Oberhausen.
"Beautiful Children", so ihr Titel. "Schöne Kinder" - der Skandal-Künstler aus Österreich malt und fotografiert sie oft in Serien. Totgeburten sind darunter und engelsgleiche Geschöpfe, die in alptraumähnlichen Szenarien gefangen scheinen. Wie jenes kleine, weißgekleidete Mädchen, das umringt ist von schrecklich entstellten Kriegsveteranen oder der nackte Baby-Junge mit seiner marienhaften Mutter, inspiziert durch gestriegelte SS-Männer. Das Kind, so Helnwein, symbolisiere in seinem Werk alle Opfer.
Damit könnte er richtig liegen. Um so mehr überraschen zwei der jüngsten Werke in der Schau: Irische Landschaftspanoramen, fünf Meter lang, nichts als Bäume, Wiesen, Wolken, Schafe. Doch spiegeln diese Bilder wohl nur die Ruhe vor dem Sturm.
-Ludwig-Galerie, bis 3.Oktober. Tel.: 02 08 / 4 12 49 28
