
"Wolfgang Bauer is one of those authors who brought a new realism on the stage and with it a new honesty to Austrian drama," Austria's state secretary for art and media, Franz Morak, said in a statement. "He ushered in a new era of drama in Austria."
derStandard.at | Kultur | Literatur | Wolfgang Bauer 1941 - 2005
27. August 2005
Gerhard Roth: Bauer war ein "Mensch, der die Ideologien abgelehnt hat, weil sie ihm die Sicht auf die Existenz verstellt haben"
Peter Handke: Mit Bauers Tod geht "wieder ein Stück großes junges Graz zu Grunde."
Wien/Paris - Für Peter Handke war Wolfgang Bauer "in jungen Jahren das einzige Genie in Österreich". Mit Bauers Tod geht "wieder ein Stück großes junges Graz zu Grunde", so der in Frankreich lebende Handke. Handke und Bauer haben die Entwicklung des Grazer "Forum Stadtpark" geprägt. Für Handke war Bauer "unter uns allen das Genie". Mit seinem immer surrealistischer werdenden Werk habe der gestern, Freitag, verstorbene Autor dann "vielleicht zu sehr das Genie gesucht und noch erreichen wollen. Und das war fast tragisch", so Handke.
Der Autor Gerhard Roth, der Bauer sei Teenagerjahren gekannt hat, schilderte im Gespräch mit der APA den verstorbenen Autor als "Mensch, der die Ideologien abgelehnt hat, weil sie ihm die Sicht auf die Existenz verstellt haben". Bauer hat "die schutzlose Existenz gesucht". Der Autor "war ein unglaublich humorvoller Mensch mit starken Elementen von Depressionen, die auch dann in Aggressionen übergehen konnten", so Roth. Bauer sei "seinen ganz eigenen, persönlichen Weg in der Literatur gegangen, ohne sich von Erfolg oder Misserfolg beeinflussen zu lassen. Er hat das realistische Theater auf einen Höhepunkt gebracht und Ansätze für ein neues Theater gefunden, das erst später nach seinem Tod zu entdecken sein wird".
Als "revolutionärer Dramatiker" habe Bauer "als einer der ersten den Dialekt in die Bühnensprache eingebracht, den städtischen Umgangston", schilderte Roth. Bauer habe mit "glasklarer Härte" geschrieben, "die sich mit der Gegenwart auseinander setzt, mit Jugendlichen, und der eine existenzielle Philosophie zu Grunde liegt". Sein späteres Werk mit den zunehmend surrealistischen oder fantastischen Stücken sei "vom Theater bislang nicht entsprechend verstanden und gewürdigt worden", so Roth. "Es ist möglich, dass man das Gelächter, das in diesen Stücken zu hören ist, von einem Lebenden weniger annimmt als wenn es aus dem Totenreich kommt". (APA)
Wolfgang Bauer about Gottfried Helnwein:
(Helnwein - Inspiration)
by Wolfgang Bauer
1999
Museum of Lower Austria
by Wolfgang Bauer