January 1st, 1988
Together with Vice-speaker of German parliament Antje Vollmer, Helnwein initiates a discussion with the Green Party in German parliament about the so called "degenerate art" in relation to the official art of the 3rd Reich
This was the first cultural debate of the German Green Party



GROSSE ANFRAGE: ÜBER DEN UMGANG MIT DER SOGENANNTEN "ENTARTETEN" UND MIT DER SOGENANNTEN "SCHÖNEN" KUNST

12. April 1988
Deutscher Bundestag
Bonn

Kulturdebatte in der Fraktion der Grünen im Bundestag
Mit Georg Meistermann - Maler, ehemals als "entartet" diffamiert
Gottfried Helnwein - Maler, Konzeptkünstler
Werner Berg - Kunsthistoriker, Experte für Kunst im 3. Reich
- "Entartete Kunst" und der Faschismus als Kulturphänomen
- Über die Notwendigkeit der Wiedereroberung des Ästhetischen Raumes

DAS RECHT AUF IRRTUM

Frankfurter Allgemeine, 15. April 1988
Günter Bannas

Frankfurter Allgemeine, Die erste "Kulturdebatte" der Grünen in Bonn, Günter Bannas, 15. April 1988


Bittere Erfahrungen offenbar brachten Meistermann zu der Sentenz, die Grünen sollten es besser sein lassen, eine Anfrage dieser Art an die Bundesregierung zu richten; was sie erreichen wollten mit Fragen, die Kohl, der Bundeskanzler, ohnehin nicht begreife, den Meistermann nebenher als einen größeren "Spießbürger" als Goebbels und Hitler bezeichnete. Die Alten und die Jungen. Meistermann, der Verfolgte, trat mit Abstraktem hervor. Gottfried Helnwein, 1948 geboren, mit einem aggressiven, fotoähnlichen Realismus. In der Schule, erzählte er, habe er ein Bild Hitlers gemalt, mit der Folge, daß der Lehrer hinauslief und mit allen Kollegen zurückkam. "Die Macht des Bildes" habe er kennengelernt, und später unbekannte Neonazis hätten seine Adresse gefunden und nach dem Bild gefragt.



Das Grundgesetz und die Bundesrepublik Deutschland, 1949-1989Wolfgang Benz und Detlev Moos (Hrsg)
Verlag Moos & Partner/Rehm Verlag
Seite 184