Der Beharrlichkeit der Direktorin des kleinen Privattheaters in der Walfischgasse Anita Ammersfeld ist es zu danken, dass Felix Mitterer sich schließlich aufraffte, diesen Alptraum in einen dramatischen Monolog zu fassen. Dabei stützte er sich vor allem auf Vernehmungsprotokolle und pychiatrische Gutachten.
Für das Stadttheater in der Walfischgasse ist es kein geringer Coup, dieses Stück an Land gezogen zu haben, reißen sich doch große Theater vom Theater in der Josefstadt bis zum Volkstheater um Mitterer-Uraufführungen. Für Anita Amersfeld ist "Der Patriot" ein Stück, "der die düstere und etwas beängstigende österreichische Seele zeigt".
Im Februar 2000 hat Franz Fuchs in seiner Zelle im der Justizanstalt Graz-Karlau Selbstmord begangen. Inzwischen haben andere Skandale die österreichische Gesellschaft erschüttert. Doch bleibt die Figur Franz Fuchs aktueller denn je. Der Schauspieler Thomas Kamper wird ihn im Theater in der Walfischgasse darstellen. Werner Schneyder inszeniert und will einen Menschentypus auf der Bühne zeigen, "der völlig unauffällig ist und wenn man dem Publikum zeigen, was in so einem unauffälligen Menschen drinnenstecken kann, von Schicksal bis zur Perversion und von Niederträchtigkeit bis zur Gefühlstiefe, dann ist was erreicht."
Felix Mitterer, der heute großteils in Irland lebt, arbeitet indessen schon an neuen Projekten: an einem Stück mit einer Tiroler Thematik und an einer Fortsetzung der legendäre "Piefke-Saga" für das ORF-Fernsehen, die zu einer "Russen-Saga" im Tiroler Bergtal mutieren wird. Doch ist er auf die Uraufführung des Stücks über Franz Fuchs sehr gespannt.
Textfassung: Ursula Hummel
