Die Künstler Erwin Wurm, Gottfried Helnwein, Helmut Newton, Franz West, Chuck Close, John Coplans, Elke Krystufek und Marie Jo Lafontaine stellen unabhängig von ihrer künstlerischen oder nationalen Herkunft den menschlichen Körper und dessen Ausdrucksqualitäten ins Zentrum ihrer Arbeiten.
Gleich im ersten Saal widmet man sich drei Künstlern, die "den Männlichkeitswahn unterlaufen", wie Direktor Klaus Albrecht Schröder erklärte.
Helmut Newton zeigt in seiner weltbekannten Serie "Big Nudes" monumentale Aktphotographien von Frauen in Schwarzweiß. Er zeigt plakative Schönheit so, "dass sich wohl keine Frau in ihrem Selbstverständnis darin wiederfindet". Gottfried Helnwein stellt ausschließlich männliche Persönlichkeiten und deren Selbstwahrnehmung dar.
Von Elke Krystufek schließlich kommt die "konträre Seite", so Schröder. Von ihr sind neben der Foto-Serie "Pain(ting)?!" auch zwei Installationen mit Puppen zu sehen, die in Verbindung zu den "Big Nudes" auch ohne Worte Bände sprechen.
Großflächig präsentiert werden zahlreiche "One Minute Sculptures" von Erwin Wurm, sie zeigen die Selbstwahrnehmung von Menschen durch Begegnungen mit anderen Gegenständen.
Es findet sich in der Ausstellung auch eine eindringliche Auseinandersetzung mit dem Altern wieder: John Coplans zerlegt seinen Körper fotografisch in Einzelteile, wobei er seinen Kopf ausblendet. Die "Jugend unserer Zeit" will die Belgierin Marie-Jo Lafontaine in ihren Arbeiten zeigen, Chuck Close ist mit fotorealistischen Werken vertreten.
Eindrucksvolle Bilder aus seinem Buch "Faces" sind von Gottfried Helnwein zu sehen: Er inszeniert zum Beispiel in drei Fotos Keith Richards im Prozess des Zigaretten-Anzündens, daneben blickt Michael Jackson traurig und unzugänglich in die Kamera.
Effektvolle Betrachtungsweisen ergeben sich durch die Hängung, die einerseits H.C. Artmann und Clint Eastwood einander gegenüberstellt, oder den krassen Widerspruch zwischen einem fröhlichen Elton John und dem von seiner Nazi-Verstrickung gezeichneten Bildhauer und Architekten Arno Breker aufzeigt.
"BODY AND LANGUAGE - Zeitgenössische Fotografie aus der Albertina." Die Ausstellung läuft bis 27. September 2009.