Diese liebevolle Respektlosigkeit schwingt auch mit in der Halle 2 am Wiener Zentralfriedhof, wo Familie und Freunde Abschied von Deix nehmen. Es wird gelächelt, es wird gelacht. Bei einer Trauerfeier muss es traurig zugehen? Ja, schon. Aber es sind die lustigen Anekdoten, die die schönen Erinnerungen hervorrufen. Wenn Helnwein etwa erzählt, wie Deix dem niederösterreichischen Landeshauptmann, Erwin Pröll, bei einem Empfang mit Filzstift einen unflätigen Begriff auf die Hand geschrieben hat. „Und einmal hat er ihm ein Zumpferl aufs Hirn gemalt.“ Pröll, der Deix in Krems ein eigenes Museum geschaffen hat, lacht mit hochrotem Kopf mit. Schon zuvor sorgt Kabarettist Lukas Resetarits mit einer Geschichte für Schmunzeln. Vor zwei Jahren sei Deix schon mit gesundheitlichen Problemen im Spital gewesen. Ein Arzt habe ihm damals geraten: „Kaufen Sie sich ein Fahrrad und hören Sie zum Rauchen auf.“ Das sei, meint Resetarits, als würde man den Papst auffordern, Atheist zu werden.
Deix selbst war Atheist. Und so leitet auch kein Priester die Trauerfeier. Es sind nur drei Reden von Freunden – und die Musik, die er so liebte. Die Beach Boys hätten den „Soundtrack unserer Freundschaft“ gespielt, erzählt Roncalli-Zirkusdirektor Bernhard Paul in seiner Ansprache. Ein Lied des früheren Schlagzeugers Dennis Wilson sei dabei besonders wichtig für sie gewesen – „Farewell My Friend“, ein klassisches Abschiedslied. „Je nachdem, wer zuerst geht, werden wir uns diesen einen Song widmen.“ Nun ist es Deix, für den das Lied gespielt wird. So wie auch später „Help me Rhonda“ und kurz vor dem Auszug noch „Warmth of the Sun“. Die Beach Boys als letztes musikalisches Geleit.
Es ist ein Zug von rund vierhundert Angehörigen, Freunden und Fans, die von der Aufbahrung zur Grabstelle mitgehen. Deix' Frau Marietta ganz vorn, dahinter unter anderem Karikaturistenkollege Gerhard Haderer, Kabarettist Werner Schneyder, Szenefriseur Erich Joham oder Grün-Politiker Peter Pilz. Auch Madeleine Petrovic, Präsidentin des Tierschutzvereins, ist unter den Gästen – sie verband mit Deix vor allem die Tierliebe. Neben den Beach Boys waren Katzen seine zweite große Leidenschaft – und so trauerten als Unterzeichner auf seiner Parte nicht nur „deine Marietta“, sondern auch „23 Katzen“.