Der Blick auf die lernenden, betenden und spielenden Kinder lässt mich fast vergessen, dass Gewalt an Kindern eine allgegenwärtige Realität ist. In diesen sommerlichen Tagen genieße ich es besonders, von woher auch immer in die Innenstadt zurück zu kommen und die Silhouette des Stephansdomes zu erspähen – ob von der Reichsbrücke, der Josefstädter Straße oder vom Donaukanal aus. Natürlich gibt es in unserer wunderschönen Innenstadt noch andere attraktive Landmarks wie das Rathaus oder den Ringturm.
Seit einigen Jahren nützt der rührige Vorstandsvorsitzende der Wiener Städtischen, Dr. Günter Geyer, den Ringturm mit seiner riesigen Außenfläche als Stadtgalerie. Bis September ist dort das insgesamt 4000 Quadratmeter große Kunstwerk des weltberühmten zeitgenössischen Wiener Künstlers Gottfried Helnwein mit dem Titel „I saw this“ zu sehen: ein junges Mädchen mit einer automatischen Schusswaffe im Anschlag und eine 3-D-Manga-Figur vor einer explodierenden brennenden Stadt.
Ist die Realität der Gewalt zu bewältigen? Kann Kunst etwas verändern? Starkünstler Helnwein ist überzeugt, dass durch die Ästhetik der Kunst die Unentrinnbarkeit des Schreckens transzendiert und relativiert werden kann. Punktuell aufrüttelnde Darstellungen von Gewalt wirken einem Missbrauch in jeder Form entgegen. Mögen viele in den Mußestunden der Sommerferien gestärkt werden, jeglicher Gewalt an Kindern tatkräftig entgegenzuwirken.