13.4.2021, 14:08 Uhr, Natali Kurth

Mit knapp über 70 Jahren sieht Gottfried Helnwein aus, wie eh und je. Ein Stirnband mit Camouflage-Muster weit ins Gesicht gezogen, darunter eine getönte Sonnenbrille, Totenkopfringe an den Fingern und schwarze Kleidung.
An seine frühe Kindheit habe er schreckliche Erinnerungen, sagt Gottfried Helnwein: „Alles war dunkel und depressiv. Da ich nicht wusste, dass meine Elterngeneration gerade den größten Genozid verursacht hatte, war es für mich unverständlich, warum alles so dunkel und depressiv war.“
Die Schule hat Gottfried Helnwein gehasst und auch von der Akademie der Bildenden Künste in Wien ist er geflogen. Ausgiebige Recherchen zum Holocaust und zum Nationalsozialismus führten ihn zu seinem Lebensthema: Er malt seit Jahrzehnten bandagierte, verletzte und misshandelte Kinder.