August 31st, 2021
SWR2
Interview mit Gottfried Helnwein
Natali Kurth spricht mit Gottfried Helnwein, anlässlich seiner Ausstellung "Schlaf der Vernunft" im Ludwig Museum Koblenz
Der in Wien geborene Künstler Gottfried Helnwein. Helnwein zählt zu den bekanntesten und auch zu den umstrittensten deutschsprachigen Künstlern der Nachkriegszeit. Seine hyperrealistischen Bilder zeigen oft verwundete und bandagierte Kinder oder er zeigt sich selbst.


Ausstellung Faszination „Schwarze Romantik“: Museum Ludwig in Koblenz zeigt Werke von Gottfried Helnwein

13.4.2021, 14:08 Uhr, Natali Kurth


Der polarisierende Künstler Gottfried Helnwein im Porträt: Das Wichtigste für mich ist Freiheit


Meister des Schreckens

Mit knapp über 70 Jahren sieht Gottfried Helnwein aus, wie eh und je. Ein Stirnband mit Camouflage-Muster weit ins Gesicht gezogen, darunter eine getönte Sonnenbrille, Totenkopfringe an den Fingern und schwarze Kleidung.

Ein Künstler, geprägt von der Nachkriegszeit

An seine frühe Kindheit habe er schreckliche Erinnerungen, sagt Gottfried Helnwein: „Alles war dunkel und depressiv. Da ich nicht wusste, dass meine Elterngeneration gerade den größten Genozid verursacht hatte, war es für mich unverständlich, warum alles so dunkel und depressiv war.“

Verletzte Kinder stehen im Fokus von Helnweins Kunst

Die Schule hat Gottfried Helnwein gehasst und auch von der Akademie der Bildenden Künste in Wien ist er geflogen. Ausgiebige Recherchen zum Holocaust und zum Nationalsozialismus führten ihn zu seinem Lebensthema: Er malt seit Jahrzehnten bandagierte, verletzte und misshandelte Kinder.