Die lästigen, aber unvermeidlichen Gerüste auf dem Stephansdom als Ausstellungsfläche für den Weltkünstler Gottfried Helnwein
In den 885 Jahre seines Bestehens war der Stephansdom praktisch standing “work in progress”. Daran hat sich nichts gewandert, im Gegenteil machen die feindlichen Umwelteinflüsse dauernde Restaurierung und Erneuerung, nötig. An den Gerüsten, die ständig einen Teil des Doms verhüllen, wurde schon viel affichiert. Aber noch nie solch ein aufwühlendes, dem Humanismus verpflichtetes Sujet wie Gottfried Helnweins “My Sister”.
Zehn Meter hoch, sechs und drei Meter breit windet sich das monumentale Bild um die Ecke.
Es zeigt eine schwer verletzte junge Frau, also ein lebenslang dominantes Sujet des österreichischen Weltkünstlers mit Wohnsitzen in Ireland und San Francisco.
Die Aufschrift belegt, worum es Helnwein und Dompfarrer Faber zu tun ist: “Was ihr für meine geringsten Schwestern und Brüder getan habt, habt ihr mir getan.”
Das gilt allerdings auch für die Ungeheuerlichkeiten, denen die Frauen nicht nur im Iran, sondern auch in so genannten zivilisierten Gesellschaften wie der unseren ausgesetzt sind.
2023 wird die Albertina wieder eine Helnwein-Ausstellung zeigen.

