„Meine Bilder sind oft wie der eingefrorene Augenblick in irgendeinem Drama dessen Ausgang offen ist“, sagt Gottfried Helnwein bei der offiziellen Präsentation seiner neuen Werke in Gmunden zur „Krone“.
Tatsächlich deutet er Dramen an. Ein blutiges Kind - womöglich ein Opfer der aktuellen Kriege; ein Kind in SS-Uniform - wird selbst zum Täter, beide Bilder hängen am Stadttheater. Es sind übergroße Transparente mit übermächtigen Themen und ohnmächtigen Opfern von Ideologie und Gewalt.
Gesellschaft, die zu oft wegschaut
Helnwein ist einer der weltbekanntesten Künstler Österreichs - er ist Pazifist, erbitterter Gegner von Gewalt. Nun rüttelt er an der Behaglichkeit einer Gesellschaft, die allzuoft wegschaut, will für Diskussionen sorgen: „Meine Kunst fragt nicht, sie erklärt auch nicht, meine Kunst ist Dialog.“
Zärtlichkeit im Zentrum
Auch in Gmunden trifft er ins Innerste der Menschen. Das dritte Motiv wirkt versöhnlich, rückt Zärtlichkeit ins Zentrum von Gmunden: Das Rathaus zieren küssende Kinder. Der große Coup, Helnwein ins Salzkammergut zu holen, ist auch gelungen, weil er in die Landschaft verliebt ist.
„Ich habe in meiner Kindheit einige Sommer am Traunsee verbracht und sogar den Traunstein bestiegen. Das Salzkammergut mit seinen Seen und Bergen ist sicher einer der faszinierendsten, magischen Orte Europas.“