„I love Deix“ heißt die aktuelle Ausstellung über den Hauptakteur des Kremser Karikaturmuseums, der die Sammlung dieses Hauses von Beginn an prägt.
Der Andrang bei der Eröffnung am 17. Februar war so groß, dass man für den Festakt in die gegenüberliegende Kunsthall ausweichen musste. Rund 500 Gäste verfolgten dort den Ausstellungsauftakt.
Gottfried Gusenbauer gab schon bei der Begrüßung der riesigen Gästeschar seiner Freude über die neue Schau Ausdruck. Er bezeichnete sie als „ernst gemeinte Liebeserklärung an Manfred Deix“ zum 75. Geburtstag (22. Februar 1949 - 25. Juni 2016). In einem Exkurs wird die Schau mit dem Werk des Künstlers Werner Berg (1904 - 1981) gegenübergestellt, die zeigt, dass Deix auch ein exzellenter Maler war. Noch mehr Deix-Originale (61 an der Zahl) entdecken Besucher nun im Museum.
Zu zweit zu Fuß von Venedig nach Wien
Freunde und Wegbegleiter des großen Zeichners Deix erzählten von ihren Erlebnissen und Begegnungen mit ihm. Gottfried Helnwein gab seiner Bewunderung für Deix' blitzschnelle Auffassungsgabe Ausdruck. Seine Erzählung über eine gemeinsame Venedigreise, die nach Hause aus Geldmangel zu Fuß bewältigt wurde, weil der Künstler es so eilig hatte, wieder zu seiner Marietta - die Witwe war im Publikum bei der Eröffnung mit dabei - nach Wien zu kommen.
Ein „extrem unangepasster Mensch“
Helnwein fand Superlative für den Karikaturisten. Er sei ein „Jahrhundertereignis“, ein „Genie“ und ein „extrem unangepasster Mensch“ gewesen. „Er war in der Zeichnung das, was Mozart im 18. Jahrhundert für die Musik war!“ Der Künstler finde sich in einer Reihe mit Größen wie Egon Schiele, Gustav Klimt und H. C. Artmann. „Man kann kaum österreichischer sein als er.“

„Immer auch Liebe in der Bosheit“
Auch Kabarettist Thomas Maurer steuerte persönliche Erinnerungen an den begnadeten Zeichner bei. Er hatte sich einst als jugendlicher Comic-Zeichner bei der „Wunderwelt“ Tipps beim damals schon berühmten Künstler geholt und war als Bewohner einer kleinen Gemeindewohnung von der Deix-Villa mit dem davor geparkten Jaguar XJ tief beeindruckt. Er nannte Deix einen „Regelverstoßer“ und ortete bei ihm „immer auch Liebe in der Bosheit“.
Störaktion: „ÖVP NÖ ist rassistisch!“
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner musste mit dem Beginn ihrer Eröffnungsansprache warten, weil rund 15 Aktivistinnen der arabisch-jüdischen Initiative „Not In Our Name“ Transparente enthüllten und lautstark gegen die Politikerin und die ÖVP NÖ protestierten.
Lob für Manfred Deix und Erwin Pröll
„Manfred Deix hat Zeitgeschichte festgehalten“, meinte Mikl-Leitner in ihrer Rede. „Er hat sich schonungslos ehrlich mit österreichischen Eigenheiten auseinandergesetzt und diese mit spitzer Feder entblößt“. Anerkennende Worte fand die Landeshauptfrau auch für ihren im Publikum befindlichen Vorgänger und Initiator des Karikaturmuseums Krems, Erwin Pröll, der mit Weitsicht gehandelt und trotz Gegenwinds seine Idee durchgesetzt habe.
1.000 von 7.000 Exponaten von Deix
Dass das seit 23 Jahren bestehende, längst weit über das Land Niederösterreich hinaus bekannte Karikaturmuseum heute oft als „Deix-Museum“ bezeichnet wird, kommt nicht von ungefähr. Immerhin stammen über 1.000 der etwa 7.000 Exponate umfassenden Sammlung von Deix, der mit seiner Kunst mit dem Ausdruck „Deix-Figur“ sogar Einzug in den Duden gefunden hat.
