June 19th, 2024
ORF
„Atemlos“: Helnwein-Schau in Gmunden
Nachdem großformatige Bilder von Gottfried Helnwein Anfang des Jahres in Gmunden für Kritik und Diskussionen gesorgt haben, ist nun über den Sommer eine vom Künstler selbst kuratierte Ausstellung unter dem Titel „Atemlos“ zu sehen.
In Zeiten allgegenwärtiger Schreckensnachrichten und Gewaltkonflikte stellen Helnweins gezeigte Arbeiten ein Plädoyer gegen Abstumpfung und einen Appell für Würde und Menschlichkeit dar. Immer wieder zeigt Helnwein verletzte Kinder. „Kinder, die sterben müssen, die nichts dazu beigetragen haben. Und dann die für den Tod verantwortlich sind. Und das steht fest. Die Gewehre werden abgedrückt von Erwachsenen. Die Bomben werden ausgelöst von Erwachsenen“, so Helnwein im ORF Oberösterreich Interview.





Verschwommene Grenzen zwischen Fotografie und Malerei

Die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei verschwimmen bei Helnwein. Der 75-jährige Workaholic ist in seinem Schaffen unerreicht. Doch für Helnwein zählt nicht das Lob der Kunstkritiker, sondern die Reaktionen der Betrachtenden auf die Bilder. „Der Künstler ist nur für 50 Prozent verantwortlich. Das ist der eine Teil. Für 50 Prozent ist dann der Betrachter verantwortlich“, so Helnwein.

Kritik als Lernprozess

Im Jänner sorgte Helnwein mit der Verhüllung des Gmundner Rathauses und des Stadttheaters für Aufregung. Die gezeigten Porträts ließen die Wogen hochgehen. Doch Gegenwind ist für den Künstler ein ständiger Begleiter seiner Arbeit. „Ich hab das immer betrachtet als Teil des künstlerisches Prozesses meiner Arbeit vor allem, weil meine Kunst kommunikativ ist. Vor allem, wenn sie im öffentlichen Raum stattfindet, gehören alle diese Reaktionen dazu. Für mich ist das auch ein Lernprozess. Ich bin nicht persönlich beleidigt“, so Helnwein.

Magischer Ort Salzkammergut

Neben Irland und den USA zählt auch das Salzkammergut zu Helnweins Heimat. Der gebürtige Wiener empfindet es als einen der magischsten Orte Europas. „Es sind so Kindheitserinnerungen, weil ich da im Sommer mit den Jesuiten war.“ Diese Aufenthalte seien etwas ganz Besonderes gewesen. „Ich war auch am Traunstein oben, bin da wacker raufmarschiert. Und da ich ja nicht in den Bergen aufgewachsen bin, war das besonders beeindruckend“, so Helnwein.

Dieser Beitrag begleitet die Sendung „Oberösterreich heute“, 19.00 Uhr, 17. Juni 2024.


red, ooe.ORF.at







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