„Das Sammeln von Bildern ist wie eine Sucht, von der ich nicht mehr losgekommen bin“, gesteht Erwin Hauser.
Seit seiner Studentenzeit kauft er Werke „mit viel Liebe zur österreichischen Kunstgeschichte“. Der Linzer, der ein international erfolgreiches Unternehmen für Kühlmöbel und Kältetechnik aufbaute, übergab im Vorjahr dem Lentos Kunstmuseum insgesamt 2900 Werke, vor allem Gemälde, Objekte, Skulpturen, wir haben darüber berichtet.
Seine Intention sagt er deutlich: „Ich bin Linzer. Ich bin hier aufgewachsen, habe hier meine Firma gegründet, hier mein Geld verdient und Steuern bezahlt. Daher sollte die Sammlung auch hier bleiben.“ Er übergab die Werke dem Lentos als Dauerleihgabe sowie als Schenkung im Fall seines Ablebens.
Elisabeth Nowak-Thaller in der Lentos-Ausstellung
Elisabeth Nowak-Thaller in der Lentos-Ausstellung(Bild: Farbwerk, Liz Blur)
Auf einmal fast doppelt so viele Gemälde
„Für uns bedeutete das fast die Verdoppelung des Bestandes an Gemälden und Objekten“, sagt Elisabeth Nowak-Thaller. Obwohl die einstige Lentos-Vizedirektorin seit Dezember des Vorjahres in Pension ist, arbeitet sie die Neuzugänge auf und hat nun die Ausstellung „Cool. Sammlung Hauser“ kuratiert. „Ich bin mit dem Bestand gut vertraut. Hauser hat lückenlos österreichische Kunst ab 1900 bis zur Gegenwart gesammelt. Es gibt aber auch Werke aus dem 19. Jahrhundert.“
Erstmals Einblick in die Sammlung
Mit rund 200 Exponaten inszeniert Nowak-Thaller nun im großen Lentos-Saal – der jetzt Erwin Hauser-Saal heißt – ein Who-is-Who der österreichischen Kunstgeschichte.
Man entdeckt spektakuläre Biedermeier-Landschaften, man begegnet Wiener Phantasten wie Rudolf Hausner oder Arik Brauer, den Neuen Wilden mit Gunter Damisch oder der Abstraktion mit Martha Jungwirth, dem Wiener Aktionismus mit Gottfried Helnwein oder Valie Export.
Weitere Top-Namen: Hermann Nitsch, Elke Krystufek, Xenia Hausner, Wolfgang Hollegha. Ein deutscher Künstler wie Stephan Balkenhol ist eher die Ausnahme, der Schwerpunkt bleibt auf Österreich: „Hauser hat auch immer mehrere Werke von einem Künstler erworben“, sagt Nowak-Thaller. So kann man oft Früh- und Spätwerk vergleichen, was den Wert der Sammlung (der übrigens auf 16,5 Millionen Euro geschätzt wird) noch einmal gewichtiger macht.