William S. Burroughs
01/01/1992
William S. Burroughs
Helnwein' s work
It is the function of the artist to evoke the experience of surprised recognition: to show the viewer what he knows but does not know that he knows. Helnwein is a master of surprised recognition.

Heiner Müller
01/01/1988
Heiner Müller
BLACK MIRROR
Wie hält ein freundlicher Mensch wie Helnwein es aus, seine - exzellente - Malerei zum Spiegel der Schrecken des Jahrhunderts zu machen? Oder hält er es einfach nicht aus, das nicht zu tun? Reflektiert sein Spiegel nur die Jahrhunderthaltung, LIEBER EIN SCHRECKEN OHNE ENDE ALS EIN ENDE MIT SCHRECKEN, die aus der Überbewertung des Todes kommt, Folge seiner Tabuierung durch Statistik. Perseus, der die Gorgo im Spiegel guillotiniert, und wenn der Kopf fällt, ist es der eigene. Wie viel Köpfe hat ein Mensch / Mann in unserem Zeitalter der Spiegel?

Sean Penn
09/12/2020
Sean Penn
Gottfried Helnwein
Well, the world is a haunted house, and Helnwein at times is our tour guide through it. I think in anything that is really relevant and emotional art, there is some kind of a mirror that people experience. I don't think that you can recognize a feeling from something that you look at unless it's part of yourself, and so when someone is willing to take on the sadness, the irony, the ugliness and the beauty in the kind of way that Gottfried Helnwein does.

Wolfgang Bauer
07/14/1999
Wolfgang Bauer
Inspired by Helnwein
Schon 1963 malten ein Künstlerkollege und ich uns die schaurige Zukunft eines freischaffenden Künstlers aus. Es ging bei dem Gespräch weniger um die Finanzen als um die Notwendigkeit des sich bis ins Tiefste Fallenlassenmüssens. Ich kam damals auf die Idee, so etwas wie ein »Konditionstraining für Genies« zu erfinden. Rückblickend muß ich sagen, daß ich ganz wenige Künstler kenne, die dieses imaginäre Trainingsprogramm durchgehalten haben. Einer von ihnen ist Gottfried HeInwein.

H.C. Artmann
06/01/1981
H.C. Artmann
Gottfried Helnwein
einer erstellt die summe seiner beobachtungen in dieser welt der patzer und dämonen. er vernimmt die schreie aus den gekachelten schreckträumen abseits einer satten gesellschaft, die weder mit dem laub der bäume noch mit dem grün der laubfrösche noch mit den froschaugen des miterlebens zu schaffen haben will. er aber hört manche, die da schreien bis ihnen die gehirne zerspringen wie lichtjahre, und hört andere, still vor sich hinweinende, deren tropfende tränen eines noch-hoffens mit dem abscheulichen eisskalpell der hoffnungslosigkeit seziert werden.

Die Theatralik des Einspruchs
07/05/2015
Klaus Albrecht Schröder
Die Theatralik des Einspruchs
Direktor der Albertina, Wien
Gottfried Helnweins Kunst ist zutiefst in der Gegenwart verankert. Seine Malerei hat unsere Zeit zum Gegenstand: die Nachtseiten unserer Zeit, Gewalt, Grausamkeit, Krieg, Unterdrückung.
Helnweins eigene Aktionen „Hallo Dulder“ und „Allzeit bereit“ aus den mittleren 1970er-Jahren sind wahrscheinlich die letzten Abkömmlinge von dem, was man als „das Österreichische“ in Helnweins Kunst bezeichnen könnte. Danach ist Helnwein eher ein deutscher Maler, dessen Bilder man neben Gerhard Richters gebrochenem Fotorealismus sehen möchte, um ihren internationalen Stellenwert angemessen zu bestimmen... Die gesamte Kunst Helnweins ist eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit: aus dem Geist des Einspruchs. Das definiert ihre Schärfe. Das macht ihre Bedeutung und Größe aus.

Gottfried Helnwein - Meisterhafter Surfer durch die Untiefen menschlicher Abgründe
06/11/2021
Ludwig Museum Koblenz
Gottfried Helnwein - Meisterhafter Surfer durch die Untiefen menschlicher Abgründe
Klaus Honnef
Schlaf der Vernunft - Solo Exhibition Gottfried Helnwein
Wohl kein Künstler hat sich in den letzten drei Dekaden des 20. Jahrhunderts genauer, tiefer und eindringlicher in das weitgehend versiegelte Gefüge der natürlich-biologischen, der anthropologisch-sozialen und der kulturellen Bedingungen der menschlichen Spezies („conditio humana“) eingegraben wie Helnwein. Unermüdlich hat er die artspezifischen Merkmale im Wechselspiel zwischen Genom, Epigenom, sozialem und kulturellem gesellschaftlichem Umfeld aus den Formationen biologisch-kreatürlicher Verklammerung vorhistorischer wie historischer Zeiten abgetragen und frei gelegt. Schicht um Schicht. Er hat sie aus den Verließen der verdrängten und vergessenen menschlichen Erfahrungen ins Sichtbare gehoben. Mit ihnen traten die zahllosen psychischen und physischen Beschädigungen, die sich durch den sich anschließenden zivilisatorischen Druck und die meist schmerzhaften kulturellen Anpassungen (keineswegs alle freiwillig) einstellten, wie von allein in Erscheinung.

Gottfried Helnwein 郝文   Look-Don't Listen! 不要道聽途說!
10/18/2013
ART CHINA
Gottfried Helnwein 郝文 Look-Don't Listen! 不要道聽途說!
文:劉松坤 Jonathan Liu
圖:阿爾貝蒂娜博物館
展覽/ Gottfried Helnwein Retrospective 戈特弗里德·郝文回顧展 時間/ 2013年5月25日﹣10月13日
述情障礙 在郝文最新出版的傳記《看-不要聽! Look-Don't Listen!》中,作者史匹克(Oliver Spiecker)別開生面,用訪問的方式來導出郝文的人生經歷,讀者能直接透過郝文的說話來認識他的藝術。作者在書中第一章便為郝文“診症”,認定他患上述情障礙(Alexithymia)。據史匹克:“病患者有性格障碍,沒有能力去擁有感覺,而病人常會用痛楚來對抗它,像現今的年青人自我傷害身體(如用刀來刺痛自己)……”。作家都是妙筆生花,舞文弄墨,為了使文章增添色彩,畫蛇添足也未之有也。郝文有沒有患上述情障礙,書中再沒有提及,其實亦不重要,但這段對話中卻導出郝文的藝術的核心—痛楚。

The Child - Works by Gottfried Helnwein
08/15/2004
Robert Flynn Johnson
The Child - Works by Gottfried Helnwein
Fine Arts Museums of San Francisco
..A clarity of vision in his subject matter was emerging in Helnwein's art that was to stay consistent throughout his career. His subject matter is the human condition. The metaphor for his art, although it included self-portraits, is dominated by the image of the child, but not the carefree innocent child of popular imagination. Helnwein instead created the profoundly disturbing yet compellingly provocative image of the wounded child. The child scarred physically and the child scarred emotionally from within.

Präsenz und Dauer: Gottfried Helnweins Bilder
06/02/2006
Kunstmuseum Lentos Linz
Präsenz und Dauer: Gottfried Helnweins Bilder
Stella Rollig
„In memory of the children of Europe who have to die of cold and hunger this Xmas“, schreibt der nach London emigrierte österreichische Maler Oskar Kokoschka im Winter 1945 auf den Entwurf zu einem Plakat. Auf eigene Kosten lässt er 5000 Stück drucken und in U-Bahn-Stationen affichieren. Im Spätherbst 1988 montiert der ins Rheinland emigrierte österreichische Maler Gottfried Helnwein entlang einer 100 Meter langen Wand zwischen Kölner Dom und Museum Ludwig eine Reihe von vier Meter hohen Fotodrucken mit Kindergesichtern. Er nennt die Arbeit „Selektion (Neunter November Nacht)“. Es ist ein Werk von monströser Aussage und schmerzhafter Wirkung. Sein Titel ruft den Jahrestag der sogenannten Reichskristallnacht in Erinnerung, durch ihn gibt Helnwein den Kinderporträts ihren beinahe überwältigend erschütternden Effekt. Während wir mit Gottfried Helnwein seine Ausstellung für das Lentos Kunstmuseum vorbereiten, recherchiere ich gleichzeitig für ein anderes Projekt über Kokoschka. Die Geschichte der Londoner Plakate ist mir neu. Unbeabsichtigt und unerwartet blenden sich die beiden Künstler-Leben für einen kurzen, berührenden Moment ineinander. Mit beträchtlichem Einsatz an Gestaltungskraft, Kommunikationsfähigkeit, organisatorischer Erfahrung, Umsetzungsenergie und finanziellen Mitteln widmen sich beide Künstler aus gegebenem Anlass einem Appell: Zur Erinnerung!

HELNWEIN ヘルンバイン写真集
01/01/1989
Toshiharu Ito
HELNWEIN ヘルンバイン写真集
Art Historian and Professor, Tokyo University of the Arts
The photographic Self-Portraits
Artist of inner Turmoil. Gottfried Helnwein's works from the 1980's are represented by the self-portraits in his "Black Mirror" series. However, these works reach far beyond the boundaries of the ordinary self-portrait. They reflect the inner wants and desperation which lies within the viewer's own self. Helnwein points out the new form of the modern self-portrait which involves the creator and viewer alike.

Gottfried Helnwein oder Die Ästhetik der Angst
01/05/2013
Albertina Museum Vienna
Gottfried Helnwein oder Die Ästhetik der Angst
Klaus Albrecht Schröder
Retrospektive 25. Mai 2013 - 13. Oktober 2013
Was inspiriert Helnwein zu solchen ungeheuerlichen Albträumen? Woher bezieht er seine Einsichten in die Gemeinheit und Niedertracht menschlicher Natur? Woher rühren seine geradezu halluzinatorischen Fähigkeiten? Was hat ihn die Massaker an amerikanischen Schulen sehen lassen, noch ehe sie sich ereignet haben? Helnwein spürt den auf Gewalt und autoritärer Unterdrückung basierenden Kitt, der unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält: Die Ausbrüche der Gewalt überraschen ihn so wenig wie den Seismographen die Eruption eines Vulkans. Diese Darstellungen der Schattenseiten sind umso verstörender, je schöner und ruhiger sie werden. Helnweins Bilder der letzten Jahre sind aggressiv und erhaben zugleich. Sie sind abstoßend und von einer verführerischen Schönheit. Sie feiern den Schmerz und die Wunde als Moment einer erhabenen Melancholie, sie zelebrieren das Pathos der Grausamkeit. Die Erhabenheit verdankt sich dem scharfen Wechsel zwischen den tiefen Schatten und hellen Zonen, die wie mit Scheinwerfern aus der Dunkelheit herausgeschnitten sind. Helnwein malt ruhige Zustände träumerischer Unwirklichkeit, die umso mehr beunruhigt, je weniger wir die Ursache der Gewalt und des Zwangs kennen.

Von Hitler bis Micky Maus. Realität und Fiktion im Werk von Gottfried Helnwein
10/25/2023
Albertina Museum, Wien
Von Hitler bis Micky Maus. Realität und Fiktion im Werk von Gottfried Helnwein
Elsy Lahner
Solo Show 'Fiktion und Realität', Albertina, Wien, 2023/24

Ränder aus Rätselhaftem und die Macht der Vorstellungs Kraft: Gottfried Helnwein als Stilist und Erzähler
10/25/2023
Abertina Museum, Wien
Ränder aus Rätselhaftem und die Macht der Vorstellungs Kraft: Gottfried Helnwein als Stilist und Erzähler
Klaus Speidel
Solo Show Gottfried Helnwein - Realität und Fiktion

Le nazisme dans l'oeuvre d'Anselm Kiefer et Gottfried Helnwein.
09/05/2003
Université Paris I. Panthéon-Sorbonne
Le nazisme dans l'oeuvre d'Anselm Kiefer et Gottfried Helnwein.
Galia Fischer

a. Gottfried Helnwein –Un critique de la société: 	a. Les enfants.
09/04/2003
Université Paris I. Panthéon-Sorbonne
a. Gottfried Helnwein –Un critique de la société: a. Les enfants.
Galia Fischer
Le nazisme dans l'oeuvre d'Anselm Kiefer et Gottfried Helnwein.
Dans mon récit, j’ai l’intention de présenter des œuvres de Gottfried Helnwein dans lesquelles il aborde le sujet du nazisme. Cependant, même si le rapport au nazisme dans l’œuvre d’Helnwein est au cœur de ma propre curiosité, il n’est pas nécessairement au centre du travail de l’artiste. D’après ma compréhension, la référence au thème du nazisme dans l’œuvre d’Helnwein fait partie d’un contexte plus vaste de sa vision du monde, que je vais présenter. Si on ignore la totalité de son œuvre et si on se concentre uniquement sur ces nombreux travaux où il parle du nazisme, on risque d’avoir une vision partielle de plusieurs niveaux d’analyse qui sont inhérents à sa pensée. Je vais traiter non seulement les sujets qu’il a choisis d’aborder, mais aussi le contexte historique de sa création qui est aussi significatif en regard de ses choix. Pour des raisons de clarté et afin de mettre en relief mon intérêt personnel pour la représentation controversée du nazisme dans l’art contemporain, je vais traiter séparément les œuvres au sujet du nazisme, sans ignorer naturellement le contexte de leur création.

b. Les autoportraits.
09/03/2003
Université Paris I. Panthéon-Sorbonne
b. Les autoportraits.
Galia Fischer
GOTTFRIED HELNWEIN –UN CRITIQUE DE LA SOCIÉTÉ
Si on essaie de comprendre la démarche artistique et critique d’Helnwein, il est nécessaire de prendre en considération ses autoportraits. Les autoportraits sont partis intégrale de sa carrière depuis le début, et forment une clé importante pour déchiffrer de son œuvre. “ L’artiste et son art ne font qu’un dans l’autoportrait. Ils s’expliquent, ils se répondent ”, comme l’a écrit Philippe Dagen. Si on ignore les nombreux autoportraits de Helnwein, on risque de laisser passer inaperçus les messages les plus profonds et capitaux que l’artiste transmet par son art.

	
c. Helnwein et le nazisme
09/02/2003
Université Paris I. Panthéon-Sorbonne
c. Helnwein et le nazisme
Galia Fischer
GOTTFRIED HELNWEIN –UN CRITIQUE DE LA SOCIÉTÉ
Indifférence et reniement sont les mots clés dans une république qui se présente comme la “ première victime ” du nazisme. Lors de la Seconde République autrichienne on préfère ignorer et effacer la joie et l’acceptation du fameux “ Anschluss ”, l’annexion de l’Autriche à l’Allemagne en mars 1938, quand les troupes allemandes sont entrées en Autriche sans rencontrer aucune résistance. Le fait que Hitler ait été accueilli comme un libérateur par 200,000 personnes à Vienne est un détail réprimé dans un pays qui essaye de réhabiliter son prestige, son économie et son infrastructure. L’Autriche libre, démocratique et indépendante établit vite sa stabilité politique et même sa prospérité. Dans la Seconde République autrichienne, la liquidation du passé nazi n’est pas radicale : les anciens adhérents du parti nazi sont vite réintégrés dans la plupart des secteurs de la société.

09/01/1987
La Sorbonne, Université de Paris
Liste d’illustrations, Notes
Galia Fischer
GOTTFRIED HELNWEIN –UN CRITIQUE DE LA SOCIÉTÉ

The Subversive Power of Art
01/01/1997
Klaus Honnef
The Subversive Power of Art
The State Russian Museum, St. Petersburg
Helnwein - A Concept Artist before the Turn of the Millennium. Is it sheer coincidence that Gottfried Helnwein, the Austrian artist, created a portrait of both the German and the American? Coincidence, that he captured Warhol as a disturbing spectre on photograph, but painted Beuys? And that he then photographed the painted portrait of Beuys in the hands of Arno Breker, Adolf Hitler's favourite sculptor? There are weighty reasons for considering Helnwein the legitimate heir to Beuys and Warhol.

THE DIVIDED SELF
06/01/1988
Peter Gorsen
THE DIVIDED SELF
"Der Untermensch"
Edition Braus, Heidelberg
Gottfried Helnwein in his self-portraits
Je est un autre, RIMBAUD. Helnwein compared the "quietly theatrical" ecstatic attitude of his self-portrait with the heroic pose of the figure of the suffering figure of Sebastian and generalizes both to the stigma of the artist in the 20th century, making him a kind of saviour figure. In addition, its poetic title sets the viewer onto the right track. The visual montage of the modern artist as Man of Sorrows with Friedrich's landscape painting projects the dashed hopes of the romantic rebellion into the present, to the protest thinking of modernity, which has become introverted and masochistic, and its crossing of aesthetic boundaries. Is romanticism making a comeback? No; actually, it had never left modernity. But its rebellion is confining and introverting itself in the "body metaphysics" of contemporary artists to its own flesh and blood.

Ghost in the Shell
08/10/2000
Los Angeles County Museum of Art
Ghost in the Shell
Robert A. Sobieszek
Curator of Photography, Los Angeles County Museum of Art
Photography and the Human Soul, 1850-2000
Historian Peter Selz has compared Gottfried Helnwein's tortured, screaming, and bandaged self-portraits to Messerschmidt's sculptural self-portraits, but the artist has said, " The reason why I took up the subject of self-portraits and why I have put myself on stage was to function as a kind of representative for the suffering, abused and oppressed human being. I needed a living body to demonstrate and exemplify the effect of violence inflicted upon a defenseless victim. There is nothing autobiographical or therapeutical about it, and I don’t think it says anything about me personally.

Childhood isn't what it used to be. In the arts, it's dark and complex.
11/17/2004
San Francisco Chronicle
Childhood isn't what it used to be. In the arts, it's dark and complex.
Steven Winn
Chronicle Arts and Culture Critic
Gottfried Helnwein's work is on display at the Legion of Honor and at Modernism Inc.
Her lips are parted and colored a luscious deep red. The pancake makeup on her face gives off a marble-white glow. A jacket, adorned with braided gold epaulets at the shoulders, yawns open, exposing a wide expanse of skin down her chest. She appears to be about 8 years old. There was a time, not so long ago, when the subject of Gottfried Helnwein's new, large-format digital prints at San Francisco's Modernism Gallery might have alarmed or even scandalized a viewer. Not anymore -- or at least not so reflexively... Adults bring a trunkful of contradictory cultural baggage to any representations of children. That's what makes the work of Helnwein so powerful. In his show, "The Child," at the Legion of Honor, deformed infants and bandaged children stir feelings of pity, defiance and uneasiness about exploitation. There's an ambiguously disturbing painting of a girl aiming a gun into an open refrigerator and another of a bare-breasted mother and child surrounded by Aryan soldiers. But the most haunting images, here and across town at Modernism, may be the ones of children who seem strangely oblivious to the adult gaze. Some of Helnwein's children peer right past the onlooker. Others sleep, dreaming of anything but us behind their silky eyelids. And some, like the enormous, half- shadowed "Head of a Child" at the Legion, see straight through us with cloudless, infinite blue eyes.

Melancholie - Genie und Wahnsinn in der Kunst
02/17/2006
Neue Nationalgalerie, Berlin
Melancholie - Genie und Wahnsinn in der Kunst
Moritz Wullen
Leiter des Referats für Ausstellungen der der Staatlichen Museen zu Berlin
MÉLANCOLIE, GÉNIE ET FOLIE EN OCCIDENT
Die Zurschaustellung des eigenen Körpers als Verwesungsmasse beginnt mit den Selbstporträts von George Grosz als Suizidgestalt im Kaffeehaus und reicht über die wie durch den Fleischwolf gedrehten Konterfeis eines Francis Bacon bis hin zur Leichenfledderei am eigenen Leib bei Günter Brus, Kurt Kren oder Frank Tovey, dem jüngst verstorbenen Enfant terrible der experimentellen New-Wave-Szene der 1980er Jahre. Die Befreiung des melancholischen Bewusstseins durch den Tod bietet keine philosophische Perspektive mehr. Es ist ihm ohnedies schon anheim gefallen. Stattdessen wird der Suizid in einer Performance masochistischer Selbstverstümmelung kultisch sublimiert. In einer fotografischen Inszenierung Gottfried Helnweins erhebt sich der Künstler, fäulnisschwarz und monumental wie das Mahnmal einer letzen Einsicht: “So ist Verzweiflung, diese Krankheit im Selbst, die Krankheit zum Tode. Der verzweifelte ist todkrank. Der Tod ist nicht das letzte der Krankheit, aber der Tod ist in einem fort das Letzte. Von dieser Krankheit erlöst zu werden durch den Tod ist eine Unmöglichkeit, denn die Krankheit und deren Qual und der Tod ist gerade, nicht sterben zu können.” So ist die Geschichte der Moderne nicht zuletzt auch eine Erfolgsgeschichte der Melancholie und des Eindringens ihres schwarzen Spuks in die letzten Paradiese des Seins- und Weltvertrauens.

GOTTFRIED HELNWEIN, DER KÜNSTLER ALS AGRESSOR UND VERMALEDEITER MORALIST
01/01/1985
Peter Gorsen
GOTTFRIED HELNWEIN, DER KÜNSTLER ALS AGRESSOR UND VERMALEDEITER MORALIST
Graphische Sammlung Albertina, Wien
Ausstellungskatalog
Neben Skizzen von Ballet tanzenden Hasen und gestiefelten Katzen, strangulierten und gestopften Enten finden sich Studien oder eher Wunschzeichnungen zu malträtierten Kinderköpfen, deren Münder durch Spangen und rosige Narben grauenhaft entstellt sind, aber gleichzeitig durch ihre höhnischen, Fratzen schneidenden Grimassen Ungehorsam, Widerstand, Aufruhr, so etwas wie kindliche Autonomie in der depravierten Erwachsenenwelt signalisieren. Das Feixen des malträtierten Kindes, ein groteskes Vexierbild, in das Märtyrertum und Subversion der Menschenkreatur gleichermaßen eingeflossen sind, ist ganz allein Helnweins Erfindung. Sie offenbart sich in den vielen Metamorphosen des Phantasmas vom versehrten Körper als obsessives Grundmuster seiner Bildwelt und aktionistischen Darstellungen, als Metapher einer im Innersten des Menschen vorhandenen Unverletzlichkeit und Unbesiegbarkeit.

Gottfried Helnwein: The Child
08/14/2004
Fine Arts Museums of San Francisco
Gottfried Helnwein: The Child
Harry S.Parker III
Director of Museums Fine Arts Museums of San Francisco
For Helnwein, the child is the symbol of innocence, but also of innocence betrayed. In today’s world, the malevolent forces of war, poverty, and sexual exploitation and the numbing, predatory influence of modern media assault the virtue of children. Robert Flynn Johnson, the curator in charge of the Achenbach Foundation for Graphic Arts, has assembled a thought-provoking selection of Helnwein’s works and provided an insightful essay on his art in this exhibition catalogue. Helnwein’s work concerning the child includes paintings, drawings, and photographs, and it ranges from subtle inscrutability to scenes of stark brutality. Of course, brutal scenes—witness The Massacre of the Innocents—have been important and regularly visited motifs in the history of art. What makes Helnwein’s art significant is its ability to make us reflect emotionally and intellectually on the very expressive subjects he chooses. Many people feel that museums should be a refuge in which to experience quiet beauty divorced from the coarseness of the world. This notion sells short the purposes of art, the function of museums, and the intellectual curiosity of the public. The Child: Works by Gottfried Helnwein will inspire and enlighten many; it is also sure to upset some. It is not only the right but the responsibility of the museum to present art that deals with important and sometimes controversial topics in our society.

THE ART OF HUMANITY
11/09/2003
Museum of Tolerance, Simon Wiesenthal Center, Los Angeles
THE ART OF HUMANITY
Jonathon Keats
GOTTFRIED HELNWEIN
In fact, his work is insistently open-ended. Like Goya's Disasters of War, his art queries time and again, "How can this have happened?" Sometimes viewers reply, assaulting pictures of innocent children, worshipping those of a murderous dictator. Yet such reactions can only bring us to inquire again, louder and with greater urgency, "How can this have happened?" At last we recognize that Helnwein asks questions not in order to solicit answers - hate has no reason - but rather in order that we might begin to pose our own.

Vom Schlaf der Vernunft – Ein Weckruf
11/03/2021
Ludwig Museum, Koblenz
Vom Schlaf der Vernunft – Ein Weckruf
Beate Reifenscheid
Mit seinen „Disasters of war“, die eine eigene Enzyklopädie des Grauens entfalten, die er an der vermeintlichen Unschuld der Kinder zerschellen lässt, meinen eine zutiefst glaubhafte Bezugnahme auf Goyas gleichnamiges Radierepos. Die „Desastres de la guerra“, die der spanische Künstler zwischen 1810 und 1814 schuf, umfassen 82 unterschiedliche Blätter und sind somit fast genauso umfangreich wie die Caprichos. Goya bezieht sich seinerseits auf eine Tradition von Kriegsdarstellungen, in denen unmenschlichen Handelns gebrandmarkt wird. Goyas Bezugnahme, insbesondere auf den französischen Grafiker und Radierer Jacques Callots und dessen „Les grandes misère de la guerre“ von 1632, ist unübersehbar. Helnwein selbst hat bereits über 60 Varianten dieses Themas innerhalb seines Panoptikums von Kriegsszenerien geschaffen, wobei er nun die beiden Sujets – die unschuldigen Mädchen sowie die Historiographie der NS-Ära – zusammenführt und teils mit der Künstlichkeit der japanischen Comicsprache kombiniert. Wieder erzeugen die hyperrealistischen Darstellungen Momente des Glaubhaften und Realen, selbst dann noch, wenn sich das Hyperreale als reine Inszenierung entäußert.

Die Malerei ist tot. Es lebe die Malerei.
07/07/2021
klaushonnef.de
Die Malerei ist tot. Es lebe die Malerei.
Klaus Honnef
Die Malerei ist tot. Es lebe die Malerei. Zu einem Triumph der Malerei gestaltete sich die brillant von Beate Reifenscheid inszenierte Ausstellung von Gottfried Helnwein im Ludwig Museum Koblenz.

DAS VORDERGRÜNDIGE IST DAS ABGRÜNDIGE
05/14/1987
Klaus Albrecht Schröder
DAS VORDERGRÜNDIGE IST DAS ABGRÜNDIGE
Kunstforum, Wien
Helnweins Beitrag zu einer Hagiographie des 20.Jahrhunderts
Es läßt sich schwerlich leugnen, daß die Aggressions- und Verletzbarkeitssymbolik von Helnweins bekanntem, mehrfach variierten Selbstportrait mit verbundenem Kopf, den von Wundklammern geblendeten Augen und dem aufgerissenen schreienden Mund etwas von einer selbstevidenten Metapher für eine elementare menschliche Bedingung heutiger Existenz hat.

Gottfried Helnwein – Die Sichtbarmachung des Schreckens
01/04/2013
Albertina Museum Wien
Gottfried Helnwein – Die Sichtbarmachung des Schreckens
Elsy Lahner
Kurator
Retrospektive 25. Mai 2013 - 13. Oktober 2013
Über die Jahre hinweg blieb das Kind in Helnweins Werk ein konstantes, geradezu obsessives Thema, das er variiert und weiterentwickelt hat. Er hat es in den unterschiedlichsten Medien verarbeitet – in seinen Aktionen und deren fotografischer Dokumentation, in der späteren Farbfotografie ebenso wie in seinen Arbeiten auf Papier, in der Malerei und selbst in seinen Bühnenbildern für Theaterinszenierungen.

Die Verwandlungskunst des Doppelgängers
06/02/1988
Peter Gorsen
Die Verwandlungskunst des Doppelgängers
Der Untermensch
Edition Braus
Zum Selbstbildnis bei Gottfried Helnwein
Gleichzeitig mit den ab 1969 gemalten Bildnissen verletzter und mißhandelter Kinder wird um 1971/72 das bandagierte Kind als die neben dem Künstler wichtigste und mit ihm verbündete Märtyrerfigur in der Aktion dargestellt. Es verkörpert den unschuldigen, wehrlosen, der Gewalt ausgelieferten, geopferten Menschen. Als unschuldigem "Lichtkind", dessen Verletzungen an Kopf und Händen Lichtstrahlen wie selbstleuchtende Stigmen aussenden, wird him die gleiche Heroisierung zur Dulder- und Erlöserfigur wie dem Künstler zuteil. In einer Fotosequenz von 1972 wird diese Lichtmystik auf das Selbstbildnis des Märtyrer-Künstlers ausdrücklich übertragen. Die Wundmale und Knebelungen des Gesichtes verwandeln sich in den mit einer Grattage-Technik bearbeiteten Grimassenfotos zu weiß strahlenden Leuchtspuren. Das Gruppenbildnis mit Kindern wird Helnwein, wie auch seine zahlreichen Aktionen mit Kindern in der Öffentlichkeit zeigen, künftig nicht mehr loslassen. Sein Eintreten für die Rechte des Kindes grenzt sich ab von jeder Kindertümelei, die in einer gesellschaftlich ausgegrenzten "Kinderkultur", den kommerzialisierten "Kindermedien", in Kind als pädagogischem Objekt und in der ideologischen Verklärung der eigenen Kindheit durch die Erwachsenen ihren Ausdruck findet. Abgrenzbar ist Helnwein auch vom Wiener Aktionismus, wenn er den Körper des Kindes nicht zum ästhetischen Material (wie in den "Materialaktionen" von Günter Brus, Hermann Nitsch und Otto Muehl) nivelliert, sondern ihm eine symbolische Stellvertreterfunktion für den wehrlosen, geopferten Menschen verleiht. Dem sexualistischen Verständnis des Kindes im (Freud rezipierenden) "Wiener Aktionismus" setzt der Moralist und Weltverbesserer Helnwein die geschlechtslose Heilsgestalt des Kindes entgegen. Die Tendenz zur patriarchalen Verklärung und Idealisierung eines unschuldigen, opferbereiten Kindmenschen, der Kinder und Künstler als einzige kreative Interessengemeinschaft umfaßt, während der weibliche Mensch ausgescholossen bleibt und in den Geltungsbereich der übrigen ästhetischen Objekte fällt, unterscheidet Helnweins Bildwelt wesentlich von Pansexualismus und Triebanarchismus der einstigen Wiener Aktionsgruppe. Das idyllische Gruppenbild des Künstlers als Schmerzensmann mit malträtierten Kindern hat auch einen lebensgeschichtlichen, autobiographischen Aspekt, seitdem die eigenen aufwachsenden Kinder Cyril, Mercedes und Ali zu Modellen der Live- und Fotoaktionen avanciert sind.

In einer bewegenden Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover sind zur Zeit Bilder des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein zu sehen.
05/25/2005
30. Deutschen Evangelischen Kirchentag
In einer bewegenden Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover sind zur Zeit Bilder des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein zu sehen.
Dr. Margot Käßmann
Landesbischöfin
Eins zeigt ein Mädchen mit frechem Gesicht und Blindenband um den Arm, das die Zunge herausstreckt. Erst habe ich gelächelt. Wer den Blick länger verharren lässt, sieht, dass dem Mädchen Blut zwischen den Beinen herunterläuft. Es wurde ganz offensichtlich missbraucht, ihm wurde Gewalt angetan.... Ja, Kinder sind verletzbar. Kindheit kann grausam sein, wenn Kinder ausgeliefert sind. Ich denke an sexuellen Missbrauch, eine unglaublich Form von Folter an Menschen, die lebenslang an dem Trauma leiden werden. Ich denke an Kindersoldaten in Togo, im Kongo, im Sudan. Zerstörte Leben, brutal geopfert für idiotische Machtkämpfe, in denen Zerstörung das oberste Gebot ist, in denen es keine Ziele mehr gibt. Ich denke an Kinder in Indien, die schuften schon mit fünf Jahren um ein paar Münzen zu verdienen, damit ihre Familie überleben kann. Ich denke an die 12-jährigen Judith Wischnajatskaja, die im Juli 1942 in ihrem letzten Brief schrieb: “Lieber Vater! Vor dem Tod nehme ich Abschied von Dir. Wir möchten so gerne leben, doch man lässt uns nicht, wir werden umkommen. Ich habe solche Angst vor diesem Tod, denn die kleinen Kinder werden lebendig in die Grube geworfen.“

Die Kieler Affäre - in mörderischen Tänzen
02/19/1988
Die Zeit
Die Kieler Affäre - in mörderischen Tänzen
Rolf Michaelis
Choreographisches Theater in Heidelberg. "Macbeth" von Johann Kresnik und Gottfried Helnwein
Es gelingt Kresnik und Helnwein uns mit einer grausigen Mord-Ballade zu fesseln, die mit höhnischem Gelächter vor unseren Augen vorbeirast - wobei der schon dem Tod geweihte neue Herrscher statt der Krone eine zwar goldene, aber noch Narren-Kappe wie eine Tiara trägt. Sieger, so die Botschaft, gibt es im tödlich närrischen Kampf um die Macht nicht. Sieger in Heidelberg sind, in einer glanzvoll wüsten Inszenierung: Gottfried Helnwein, Johann Kresnik und das mitreißend auftrumpfende Ensemble von siebzehn Tänzerinnen und Tänzern.

Objects as History in Twentieth-Century German Art: Beckmann to Beuys
01/01/2010
University of California Press
Objects as History in Twentieth-Century German Art: Beckmann to Beuys
Peter Chametzky
Two years after Beuy's death the Viennese artist Gottfried Helnwein created a striking and odd image bringing Breker and Beuys together. Helnwein posed the eighty-eight-year old Breker unconfortably holding Helnwein's portrait of Beuys in front of his chest. The older man with furrowed brow directs the glossy, skeletal image of Beuys-like an icon painting-away from his own gaze and toward that of the viewer.

Gottfried Helnwein. Lavori su carta e altro ancora
11/03/2021
Ludwig Museum Koblenz
Gottfried Helnwein. Lavori su carta e altro ancora
Demetrio Paparoni
Schlaf der Vernunft - Ludwig Museum Koblenz, Solo Exhibition Gottfried Helnwein
Helnwein crede realmente che sia possibile cambiare il mondo. Nel suo lavoro la partita si gioca sullo scarto tra il significato incarnato dall’opera e l’inaccessibilità a un’azione che possa essere avvertita come risolutiva. L’arte di Helnwein ha il pessimismo degli esistenzialisti e lo Spirito dell’Utopia: tanto più dinanzi a ogni singolo lavoro saremo portati a chiederci chi è la vittima oggetto della rappresentazione tanto più prenderemo coscienza del fatto che quella vittima potrebbe essere una persona a noi vicina.

BOULEVARD OF BROKEN DREAMS
01/01/1981
Wolfgang Bauer
BOULEVARD OF BROKEN DREAMS
SONG FOR HELNWEIN
ZU BODEN WIRFT DER TRÄUMER DEN BLICK / SCHWERER REGEN WIRD FALLEN / DURCH SEINE AUGEN / IM SCHLENDERN / DIE ROTEN HÄNDE IN DEN RAUHEN MANTEL GEBALLT / TIEF IN DER MAGENGRUBE / FÜHRT ER DIE SONNIGEN TEMPEL / BRENNEND UNTER DEM TAGESBLAU / SPAZIEREN / ÜBER DEN BOULEVARD OF BROKEN DREAMS GEHEN, GEHEN / SCHLURFEN IN DER DAMPFENDEN NÄSSE / DIE GESPIEGELTEN THEATERREKLAMEN WEGKICKEN / VOM GLITSCHIGEN TROTTOIR / IN DEN PEEP-SHOWS VERTROCKNEN / MENSCHEN REMPELN / AUS LIEBE / SICH DIE KÖPFE AN EISENGELÄNDERN ZERSCHLAGEN / IM MILCHIGEN KNEIPEN / DEN ZITTERNDEN KÖRPER MIT SCOTCH FÜLLEN / LÖSCHEN IRGENDWO AM / BOULEVARD OF BROKEN DREAMS

The Helnwein Passion
01/01/1997
Alexander Borovsky
The Helnwein Passion
Helnwein Monograph
The State Russian Museum, St. Petersburg
I'll never forget the sensation I had at the unveiling of Gottfried Helnwein's "Kindskopf" in the Russian Museum. And not just because this enormous canvas (six metres in height, four in breadth), well-known from reproductions, seemed to operate in a whole new way in the real, quasi-monumental space of the museum's "Concrete Hall", originally intended for the demonstration of gigantic sculptural compositions. I realised that I was looking at the inner content of this innovative picture from a whole new point of view.

ENDZEITSTIMMUNG - DÜSTERE BILDER IN GOLDENER ZEIT
09/01/1994
DuMont, Buchverlag, Köln
ENDZEITSTIMMUNG - DÜSTERE BILDER IN GOLDENER ZEIT
Gregory Fuller
Das Gewaltthema und das Thema "der als Opfer" setzten sich von Beckmanns früher Arbeit von 1907 bis zum heutigen Tag fort. Bei Bruce Naumann, Marcel Odenbach, Jeff Wall und Gottfried Helnwein wandeln sich zwar die künstlerischen Mittel radikal, nicht aber das Thema selbst. Helnweins faszinierendes Oeuvre umfaßt absolute Gegensätze. Helnwein ist ein Künstler der kompromißlosen Aussagen: Das Triviale, etwa der Disneykultur, wechselt ab mit Untergangsvisionen der Seele, die Göttlichkeit des Kindes kontrastiert mit Horrorbildern von Kinderschändung. Sein Grundthema aber bleibt die Gewalt, das physische und seelische Leid, das ein Mensch dem anderen zufügt. Der Künstler variiert dieses Thema innerhalb zweier Komplexe, die sich über viele Jahre hin durch sein Werk ziehen.

The Self-Portraits of Gottfried Helnwein: A WORLD OF HORROR IN PICTURES
12/01/1987
Roland Recht
The Self-Portraits of Gottfried Helnwein: A WORLD OF HORROR IN PICTURES
Musée d’Art Moderne, Strasbourg
France
Helnwein, Der Untermensch
From this it may be seen that the Viennese Helnwein is part of a tradition going back to the 18th century, to which Messerschmidt's grimacing sculptures are to belong, on which one of Freud's pupils wrote a long treatise. One sees, too, the common ground of these works with those of Arnulf Rainer or Nitsch, two other Viennese, who display their own bodies in the frame of reference of injury, pain, and death. And one sees how this fascination with body language goes back to the expressive gesture in the work of Egon Schiele.

Das Versprechen der Fotografie
01/01/1998
Klaus Honnef
Das Versprechen der Fotografie
Prestel, München, New York
Die Sammlung der DG Bank
Gottfried Helnwein
Helnweins künstlerische Praxis beruht auf der Erkenntnis der grundsätzlich unterschiedlichen Seinsformen von Fotografie und Malerei. Einerseits schöpft er als einer der konsequentesten Multimedia-Künstler überhaupt die spezifischen Möglichkeiten der jeweils verwendeten Medien bis zu den Grenzen ihrer Horizonte aus -- neben Fotografie und Malerei die Zeichnung und die Performance -, spiegelt sie andererseits, aber auch gewissermassen ineinander, so dass sie sich gegenseitig erhellen und ihre Wirkung steigern.

Gottfried Helnwein’s American Prayer
11/02/2005
McGill-Queen's University Press
Gottfried Helnwein’s American Prayer
Petra Halkes
A Fable in Pixels and Paint
Ever since I clicked on it, Gottfried Helnwein’s "American Prayer" (2000) has taken up residency in my mind. I began to discover a semiotic richness in this painting worthy of what W.J.T. Mitchell has called a "metapicture" - a "picture that [is] used to show what a picture is". Mitchell situates the concept of metapicture in "'iconology', the study of the general field of images and their relation to discourse," thereby cutting across Greenbergian self-reflexivity into an expanded context that includes popular culture as well as contemporary art. In this wider cultural field, a metapicture does more than reflect on the nature of the picture itself and calls into question "the self-understanding of the observer". I will argue that "American Prayer" derives its theoretical relevance partly from its concealed hybridity, from the interplay between technological media and painting. In this work, the substitution of one medium by another reinforces the meaning that can be created from the iconographic substitution of the child by Pinocchio, and the replacement of the deity by Donald. In the end, Donald’s sideways glance at us indicates that this picture is really about us, the observers; it questions our own place in a cultural web of illusionism spun from the abiding human desire to overcome death.

11/01/2005
McGill-Queen's University Press
Gottfried Helnwein's American Prayer, part 2
Petra Halkes
A Fable in Pixels and Paint

Gottfried Helnwein, Epiphany (Adoration of the Magi), 1996
10/15/2006
Denver Art Museum
Gottfried Helnwein, Epiphany (Adoration of the Magi), 1996
Gwen F. Chanzit
Curator and professor, Art and Art History, University of Denver
Gottfried Helnwein's Epiphany (Adoration of the Magi) is a strange takeoff on a traditional New Testament theme in art. The work depicts a Madonnalike mother displaying her baby to attentive Nazi officers, Painted in hyperrealist grisaille with chiaroscuro effects, the work resembles an old documentary photograph made huge. The eerie, sinister overtones are unmistakable. Who is this mother? What do these officers want with her and her child? What kind of official paper might the officer on the left hold in his hand and what might be its result? Helnwein, characteristically, presents us with an ambiguous, haunting image and leaves us to wonder about its meaning. Helnwein's background perhaps helps explain why his often difficult subjects have been interpreted in various, often contradictory, ways by opposing sides of the political debate about World War II. With its huge size, hyperrealist style, and disturbing content, this unsettling work bestows a psychological anxiety accompanied by a strong magnetic pull. Confronting it, we tend to stare-entranced by both its beauty and its seductive, malevolent overtones.

01/01/1997
Peter Selz
Helnwein: The Artist as Provocateur
Helnwein Monograph
The State Russian Museum, St. Petersburg
Much like Joseph Beuys, who opened new, unexpected, and far-reaching spheres for art, Gottfried Helnwein has made works that extend beyond the art scene into the social and political realm. Like his predecessor, he has moved beyond the realm of pure aesthetics, engaging his art into the everyday world. Furthermore his principal interest is not to express personal feelings and emotions, but to make statements that go beyond the individual. He wants to see his work not trapped on the walls of museums and galleries, but revealed in the public domain. He expects his work to intervene in the social sphere and to have a direct impact on the life of his time.

THE LUDWIG MUSEUM IN THE RUSSIAN MUSEUM
01/01/1998
Evgenija Petrova
THE LUDWIG MUSEUM IN THE RUSSIAN MUSEUM
The State Russian Museum St. Petersburg
Palace Edition
The Ludwig Donation
"Child's Head", 1991, Oil and acrylic on canvas, 650x403.5 Pg. 278 The early stages of this monumental head can be seen in Helnwein's widely varied portrayals from the seventies of suffering children, but above all in the Cologne installation of anonymous children's portraits "9th November Night" from 1988. The human face, in particular the child's face, is of great fascination for Helnwein and consequently accounts for one of his central pictorial subjects. The monumental face of a little girl which is introduced here is, as it were, representative of all children. In our adult society oriented towards profit and success, children can almost be described as a fringe group, their interests indeed being observed in a comparatively modest fashion. Against this background, this monumentalizing of the face in connection with the hyperrealistic style of painting is to be understood as an oppressive irritation of our customary experience of perception. Originally the child's head was shown in a Minorite church in Krems, Stein; in fact it was placed at the focal point of a huge early Gothic room which lent the picture a positively sacral tone.

"KINDSKOPF", Helnwein's plea for a different childhood
01/01/1991
Peter Zawrel
"KINDSKOPF", Helnwein's plea for a different childhood
Exhibition catalogue
Museum of Lower Austria
The auratic face of a child, six metres high, four metres wide, hanging in the triumphal arch of a medieval church, surrounded by dozens of canvases in the standard size of 200 by 140 cm that are mounted on the church's pillars and walls show heads and fantasy creatures which only on closer inspection may be easily recognized as children's drawings - once more Helnwein upsets traditional structures of perception in a number of ways, including the expectations that visitors have of a Helnwein exhibition. This is signalled already by the title "KINDSKOPF", which in addition to being a reference to the theme depicted (the head of a child) refers to the ironically serious self-representation of the artist (in German "Kindskopf" is a somewhat condescending colloquialism for an adult acting in childish ways), similar to Helnwein's earlier catalogue title "Subhuman" ("Untermensch") of 1988.

Der Künstler als Märtyrer
04/18/1987
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Künstler als Märtyrer
Peter Gorsen
Die suggestiven Bildmontagen Gottfried Helnweins
In Wirklichkeit ist Helnwein kaum einzuordnen. Bei ihm findet sich ebenso ein kleinmeisterliches Werk skurril-phantastischer Zeichnungen in der Nachfolge von Redon und Kubin. Meist vergessen wird auch sein Engagement gegen autoritäre Erziehung, Wettrüsten, Verschmutzung der Umwelt und Psychiatrie. Helnwein hat die Motive und Formen der Populärkultur in teils karikierender, teils grotesk verfremdender Absicht verwendet. Sein penetranter Hypernaturalismus beunruhigt, grenzt an ironische Übertreibung. Die Brecht-Benjaminsche Maxime "Nicht an das gute Alte anknüpfen, sondern an das schlechte Neue" hat bereits seine Anfänge in den frühen siebziger Jahren bestimmt. So wurde für ihn das grenzüberschreitende Arbeiten mit Mitteln ebenso der Fotografie, Comic strips, Science-fiction wie der realistischen Malerei eine selbstverständliche Konsequenz. Helnwein hat den "ruhig theatralischen" Verzückungsgestus seines Selbstbildnisses mit der heroischen Haltung der leidenden Sebastians-Figur verglichen und beides zum Stigma des Künstlers im 20. Jahrhundert, einer quasi religiösen Erlöserfigur, verallgemeinert. Sein poetischer Bildtitel bringt den Betrachter zusätzlich auf die richtige Spur. Die optische Montage des modernen Künstlers als Schmerzensmann mit dem Landschaftsbild Friedrichs projiziert die gescheiterte Hoffnung der romantischen Rebellion auf die Gegenwart, auf das verinnerlichte, masochistisch gewordene Protestdenken der Moderne und ihre ästhetischen Grenzüberschreitungen. Kehrt die Romantik wieder? Nein, sie hat die Moderne in Wahrheit nie verlassen. Doch verengt und verinnerlicht sich ihre Rebellion in den irrationalen "Körpermetaphysiken" der zeitgenössischen Künstler auf das eigene Fleisch und Blut.

Gottfried Helnwein at the Legion of Honor
10/01/2004
Artweek
Gottfried Helnwein at the Legion of Honor
Colin Berry
Helnwein is the next generation’s final ally, a skilled provocateur forcing us to confront the legacy we have bequeathed upon our children. Helnwein is our chronicler, our conscience, the antidote to our failing memories. He refuses to let us forget…
Gottfried Helnwein’s first one-man exhibition at a major American museum is long overdue. 35 years in the making, “The Child” is a collection of more than fifty drawings, watercolors, photographs, and paintings (several monumental in size). It’s also a show that shocks, and among the crowds thronging to see it, some patrons will be put off: the day I attended, a few seemed downright uncomfortable, if not hostile, toward the work. This is fine. Art should shock, and provoke, and make us feel queasy sometimes. “The Child” achieves all three, but also startles us with aching beauty, bedazzles us with painterly skill, and injects a necessary perspective into the culture’s collective conscience.

Kunst der Gegenwart/Contemporary Art
01/01/1997
Museum für Neue Kunst, ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie), Karlsruhe
Kunst der Gegenwart/Contemporary Art
Heinrich Klotz
Direktor, Museum für Neue Kunst, ZKM, Karlsruhe
Mit Beiträgen von Horst Bredekamp und Ursula Frohne
(Auszug) In seinen Gemälden und Grafiken arbeitet Helnwein besonders in der Mitte der 80er Jahre gleichzeitig mit unterschiedlichen Techniken: Abstrakte, gestische und monochrome Malerei stehen neben Fotorealistischen Porträts, Aquarell und Zeichnung neben Fotografie, die er zum Teil stark überarbeitet. Dabei integriert er Bildzitate aus Politik, Massenmedien und Trivialkultur. Bevorzugter Gegenstand seiner Arbeiten sind Kinderbilder, Porträts und Menschen in einem oft trostlosen Stadtraum.

NINTH NOVEMBER NIGHT
11/09/1988
GOTTFRIED HELNWEIN, Ninth November Night, Catalogue
NINTH NOVEMBER NIGHT
Reinhold Mißelbeck
Curator for Photography and new media, Museum Ludwig cologne
It was to our good fortune that Gottfried Helnwein also strove to break away from the museum and gallery sector in order to communicate with a larger public. This appeared on a grand scale on the site between the cathedral and Museum Ludwig, and at a time of "photokina", with its hundreds of thousands of visitors. The 100 metre picture wall did not fail to hit its mark: it induced bewilderment as well as aggressiveness. After a few days numerous pictures had been slashed, one even stolen. Gottfried Helnwein saw the exhibition as a process which would continue and be reflected in later presentations. The pictures were not renewed, but patched up, so that this reminder of the persecution of Jewish people would bear the traces of a lack of insight and understanding in the present day.

REICHSKRISTALLNACHT - Night and Fog
11/09/1988
Charles-Henri Favrod
REICHSKRISTALLNACHT - Night and Fog
"Ninth November Night" Catalogue
"In the struggle against the Jew, I defend the acts of God!" Those were Hitler's words in Mein Kampf. I admire the work of Gottfried Helnwein a great deal. This photographic testimony encourages reflection and provokes the examination of conscience, which is necessary for every one of us where racism is concerned. The laceration of the portraits is proof of the fact that we cannot be indifferent to the warning of the "final solution". I consider myself lucky to be able to exhibit this gallery of memories in its present form in Lausanne.

HELNWEIN - FACES
01/01/1992
Edition Stemmle
HELNWEIN - FACES
Reinhold Mißelbeck
Curator for photography and new media, Museum Ludwig, Cologne
Looking at Gottfried Helnwein' portraits, we once again experience the shock of the new, of an unprecedented view of the person opposite. I have observed many people confronted with these portraits for the first time and again and again they would show surprise, intensity of experience and fascination. Helnwein's portraits can be seen as counterpoles to the technically sophisticated smoothnes of the portraits of Robert Mapplethorpe.

48 Portraits
12/02/1991
Museum Ludwig Köln
48 Portraits
Helnweins Antwort auf Gerhard Richters Werkgruppe "48 Portraits"
Gerhard Richter schuf in den Jahren 1971/72 in fotorealistischer Manier eine Serie von 48 Porträtbildern von Männern, die die Moderne beeinflussten. Zwanzig Jahre nach der Entstehung von Richters Werkgruppe antwortete der österreichische Maler Gottfried Helnwein 1991/92 mit einem Zyklus von 48 Porträtbildern weiblicher Persönlichkeiten. Als Gegenpol zum kühlen Grau der Serie Richters bediente Helnwein sich warmer Rottöne. 1994 erwarben die Sammler Peter und Irene Ludwig die Werkgruppe, die seitdem Teil der Sammlung des Museum Ludwig ist.

The Black Mirror, The world of Gottfried Helnwein
06/01/1989
MIZUE,Tokyo, Japan
The Black Mirror, The world of Gottfried Helnwein
Toshiharu Ito
伊藤俊治
黒い鏡 — ゴットフリート・ヘルンヴァインの世界
Artist of inner Turmoil. Gottfried Helnwein's works from the 1980's are represented by the self-portraits in his "Black Mirror" series. However, these works reach far beyond the boundaries of the ordinary self-portrait. They reflect the inner wants and desperation which lies within the viewer's own self. Helnwein points out the new form of the modern self-portrait which involves the creator and viewer alike.

Die Suche nach Sichtbarkeit - Was wollen Helnwein-Bilder?
06/01/2006
Lentos Museum of Modern Art Linz
Die Suche nach Sichtbarkeit - Was wollen Helnwein-Bilder?
Thomas Edlinger
Essay
Helnwein verbirgt eine mögliche seelische Aufgewühltheit oder Traumatisierung seiner Bildmodelle, die beispielsweise durch die schwarzen, faschistoid und fetischisiert zugleich wirkenden Uniformteile nahe gelegt werden könnte, hinter dem gesetzten Ausdruck seiner Kindergesichter. Wie Laokoon schreien diese wie aus Wachs gemeisselten, "schönen“ Kinder nicht mehr. Sie ertragen etwas, das nicht benannt wird und doch sichtbar wird. Sie kommunizieren in ihrer Intimität eine unauslotbare Abgründigkeit. Die Irritation des Betrachters entsteht daraus, diesem Geheimnis nicht auf die Spur kommen zu können. Die Wunde soll wach gehalten werden, und keiner soll sie heilen dürfen.

The Subversive Power of Art: Gottfried Helnwein - A concept Artist before the Turn of the Millenium
12/10/2003
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
The Subversive Power of Art: Gottfried Helnwein - A concept Artist before the Turn of the Millenium
Klaus Honnef
Curator for Photography and New Media at Rheinisches Landesmuseum, Bonn
Klaus Honnef
Es gibt gewichtige Gründe, um Helnwein als den legitimen Erben Beuys und Warhols zu bezeichnen. Einerseits folgt er in seinen Werken rituellen Mustern, andererseits spielt er mit einer Reihe von künstlerischen Variationen. Er untergräbt die Magie der Bilderwelt, indem er einen Störfaktor einbaut, durch den ein Schock im Verhältnis zwischen dem Kunstwerk und dem Betrachter entsteht. Helnwein vermischt Altes mit Neuem, und sein Stil spiegelt den Beginn der Moderne, aber auch die Welt des Cyberspace wieder. Einen großen Einfluss hat das Wien der sechziger Jahre auf ihn. Auch wird er von der Welt des Comics inspiriert. Helnwein besuchte die 'Höhere Graphische Bundeslehr- und Versuchsanstalt'. Um gegen die tägliche Routine des Klassenzimmers zu protestieren, schnitt er sich mit einer Rasierklinge die Hände auf. Durch diesem Vorfall wurde ihm bewußt, wie hilflos die Gesellschaft auf körperliche Ungerechtigkeit und auf Verletzungen reagiert. Nach dem Abschluss an der 'Graphischen' besuchte er die Wiener Akademie der Künste. Zu dieser Zeit tauchte auch zum ersten mal eines seiner Leitmotive auf: Kinder. Durch das Malen von verletzten Kindern verursachte Helnwein eine Art Schock, und brachte somit den 'Horror' zurück in die Kunst. Damit zeigte er offen den Zynismus einer Gesellschaft, die nicht mehr die Dinge so sieht, wie sie sind, dessen Sichtweise aber durch 'Bilder über Dinge' geprägt ist.

GOTTFRIED HELNWEIN'S THE CHILD - INNOCENCE LOST
08/10/2004
sf-station
GOTTFRIED HELNWEIN'S THE CHILD - INNOCENCE LOST
Nirmala Nataraj
Beyond his treatment of common children's motifs - dolls, toys and ambivalent nymphets- Austrian painter Gottfried Helnwein's vision is shrouded in an aura of enigmatic darkness. With his giant color portraits of stillborn babies; paintings that juxtapose Nazi-era photographs with his own images; and pictures of deformed, abjectly countenanced children swathed in bandages, Helnwein is preoccupied with the indelible suffering that mirrors the more delicate aspects of youth. His work is hauntingly gorgeous and suffused with pathos, precisely because viewers are immediately aware of the larger threat that looms within the pieces: the rupture of innocence.

IN LIMBO
01/13/2005
Victoria H. Myhren Gallery
IN LIMBO
Gwen F. Chanzit
An exhibition of works from the Denver Art Museum’s fractional and promised gift of contemporary art from the collection of Vicki and Kent Logan.
Helnwein’s subject matter involves the complexities of the human condition. His disturbing yet provocative images of physically and emotionally wounded children have been seen as metaphors for larger global issues. He portrays the innocence of adolescence against the backdrop of shameful historical events like the Holocaust to highlight the fragility of humanity in an unstable world. Like Wong from Asia and Sherman from the United States, Helnwein offers up dramatic scenarios featuring youthful protagonists that beg a viewer to complete the equation. The child’s face – painted in a realistic style yet eerily unreal – may allude to the uncertain (in limbo-like) quality of Helnwein’s own childhood. Helnwein is among a network of contemporary artists expressing visions that embrace and also transcend cultural nomenclature.

Gottfried Helnwein - Quel silenzioso bagliore
07/02/2021
Sale Monumentali, Biblioteca Nazionale Marciana, Venice
Gottfried Helnwein - Quel silenzioso bagliore
Manfred Müller
Solo Exhibition - Catalogue

Helnwein, Irish and other Landscapes
07/01/2004
The Crawford Municipal Art Gallery
Helnwein, Irish and other Landscapes
Peter Murray
Chief Curator
One man show, 01. July 2004 - 01. August 2004
"Helnwein's meticulous Irish landscapes, which are the cornerstone of this Crawford show, are unashamedly aesthetic: gorgeous confections of pure, delicious spectacle. The typically epic but not inhuman scale imitates the subject matter. The tonal realism will make people go "Wow, are they paintings?" - thanks to the photorealist finish which seems free of the foibles of the human hand. Helnwein works with very small brushes - highlighting and subtly magnifying here, muting colours or creating shadows there; pushing some paintings towards momentary sleights of impressionism; and others towards seamless, burnished hyperreality. The bird's eye view suggests a kind of superhuman vision which can simultaneously take in the entire view with breath-taking clarity, like some bionic eagle." Mic Moroney, from the essay "Out of the Apocalypse into the Sublime - bursting into Irish Landscape: Citizen Helnwein"

„Dass Kunst so mächtig ist, einen Vorgang, den sie zum Thema hat, nochmals hervorzurufen.....
06/19/2005
Ludwig Museum Schloss Oberhausen
„Dass Kunst so mächtig ist, einen Vorgang, den sie zum Thema hat, nochmals hervorzurufen.....
Dr. Antje Vollmer
Vizepräsidentin des deutschen Bundestages
Auszug aus der Rede zur Ausstellungseröffnung „Gottfried Helnwein - Beautiful Children“ im Ludwig Museum Schloss Oberhausen, am 19. Juni 2005
...Bei diesem ersten Besuch habe ich erkannt, dass dieses nur ein Teil von einem Versuch ist, ein Gesamtkunstwerk als Künstler zu schaffen, das nichts ausblendet, nicht die Schönheit der Welt, von Landschaften, von menschlichen Gesichtern, von der Offenheit und Reinheit menschlicher Wesen, bis zum Zauber der selbst von Kindern ausgehen kann, die Gottfried Helnwein immer „diese zarten Geschöpfe“ nennt. Immer ist es eine Art von Vorsicht und außerordentlich großer Sensibilität, die gleichzeitig gekoppelt und kontrastiert wird mit diesem unglaublich intensiven Ausdruck von Schmerz, Verletzung, Zerstörung, Bedrohung, Alptraum, Nachtgesichtern, und Traumfantasie. Diese Mischung, das ist Gottfried Helnwein, er war nie nur das eine. Dass er bei dem Allem auch außerordentlich politisch ist, das möchte ich gerade bei so vielen Künstlern, die heute ein Programm der reinen Spaßkultur verkörpern, audrücklich lobend erwähnen. Dass es jemanden gibt, der sich als politisches Wesen in seinen Bildern äußert und damit auch politische Wirkungen erzeugt. Die Gegenstände dieser Kunst sind nicht besonders einfache , schöne, gefällige. Sie haben sehr viel Heftigkeit in den Reaktionen erzeugt. Das gehört dazu, wenn man ein politischer Künstler ist. Wer gefällt der lügt. Das größte Verbrechen eines Künstlers ist, wenn er sich der Lüge, der Gefälligkeit aussetzen würde.

Kultfigur und Mythenbildung
01/01/1993
Akademie Verlag, Berlin
Kultfigur und Mythenbildung
Michael Groblewski and Oskar Bötschmann
Das Bild vom Künstler und sein Werk in der zeitgenössischen Kunst
Anders als Courbet in seinem Atelier ist Beuys in seiner Werkstatt allein. Kunst und Leben sind in seiner Figur tatsächlich eins geworden, und zwar auf eine stille, aber um so eindringlichere Art. Ist es da verwunderlich, dass Arno Breker in einer photographischen Arbeit von Gottfried Helnwein Hammer und Meißel aus der Hand gelegt hat und uns resigniert das Bild von Joseph Beuys als unerreichbares Modell vorhält? ( Abb. 20 )

ШОКОВАЯ ТЕРАПИЯ
10/01/2005
Art Electronics
ШОКОВАЯ ТЕРАПИЯ
Ольга Скоркина
Современное искусство прибавило к традиционным техникам новые способы эстетического самовыражения: аналоговые — кино и фотографию, электронные — цифровое фото/видео и персональный компьютер. Приятие новых творческих средств занимает все меньше времени: в случае с фотографией для этого понадобилось почти сто лет, с кино — двадцать, а с цифровой техникой — менее десяти. Ведь технологии не убивают искусство, но расширяют пределы творческой свободы.

Western Lands
02/01/2000
TANK Magazine
Western Lands
Gottfried Helnwein
These paintings are about America, I guess from a very European point of view. They're based on photographs, mainly newspaper photographs, of the Fifties and Sixties from archives in New York and L.A. Most people in these pictures are real people, caught in some long forgotten, petty events. I rearranged the scenes, introduced new characters, and created new relationships and contexts. And then I painted them in black and blue. That's how I remember America back then in the early Fifties in Vienna, where I was born. The big war had ended a few years ago, but the city still seemed undecided as to whether this was the end of the world or if life should go on. It was a strange, sad and surreal world. The streets were empty, the houses dark - many of them in ruins from the bombings. The few people I saw seemed ugly, clumsy, and depressed. I never saw anybody laughing and I never heard anybody sing. It was a world without sound and colour. Everything moved in slow motion, like slime. We had no phones, no television, no cars, no music, no pictures, except the paintings of tortured people in the Roman Catholic church which made a deep impression on me, haunting me in the sleepless nights of my childhood limbo. And then, without any warning, suddenly there was America. When I saw the first picture of Elvis I was in a state of shock, because I couldn't believe that a human being could be so beautiful. That was the beginning of the never-ending flood of American images that suddenly came over us and started to penetrate and transform everything.

Mit Donald Duck auf Weltreise
11/30/2006
Wienbibliothek
Mit Donald Duck auf Weltreise
Stefan Winterstein
H.C. Artmann Comic-Lektüren
Das »dreidimensional[e] und farbig[e]«, »neue[] magische[] Universum« von Entenhausen, in das Gottfried Helnwein in seiner Kindheit aus dem nachkriegsgrauen Wien eintrat und von dem er auch seine Künstlerkollegen verlockt sieht, zeigt sich also in Jelineks Essay gerade auf eine beklemmende Eindimensionalität reduziert. Bei H. C. Artmann nun sind Disneys Protagonisten weder Götter oder Übermenschen noch kritisch analysierte eindimensionale Menschen, sondern schlicht - Menschen. Artmanns in obigem Helnwein-Interview zitierter Formulierung von Donald Duck als dem einzigen Menschen ist, wie sich zeigen wird, ein entschieden anderer Charakter eigen als Helnweins Rede vom göttlichen Donald. Sie ist im Umkreis des Dichters offenbar zur gerne reproduzierten oder auch variierten Weisheit geworden: »Der einzige mensch, der es heutzutage noch versteht, ordentlich die welt zu besehen, ist Donald Duck«, heißt es in Artmanns literarischem Tagebuch "das suchen nach dem gestrigen tag" (1964). In einem Exemplar des von Gottfried Helnwein illustrierten Edgar-AllanPoe-Bands Unheimliche Geschichten, das sich in Artmanns Bibliothek findet, liest man Helnweins Widmung (die beiden kannten einander persönlich): »Die einzigen Menschen, die uns heute noch etwas zu sagen haben, sind Donald Duck und H. C. Artmann«.

Gottfried Helnwein
05/01/2009
University of Minnesota
Gottfried Helnwein
UThink blogs
mors0120
ARTS 1001 Spring 2009: Margaret's Group
Both Helnwein and Jeff Koons work in a wide variety of media—frequently on a large scale—and incorporate elements of pop culture and sexuality. But whereas Koons rejects hidden meaning and embraces the superficial “kitsch” element, Helnwein reappropriates these symbols as a means of enhancing his message. Symbols of innocence take on a decidedly sinister air—in Helnwein’s “Los Caprichos” painting installation, a maniacally grinning plastic Mickey Mouse looms over a series of canvases depicting maimed and vulnerable children. Yet Helnwein’s work comes across as more a statement about general victimization of the young and loss of innocence rather than purely a jab at pop culture. Both Koons and Helnwein have produced multiple self-portraits, but they are also drastically different in tone. Koons’ self-portraits glorify the artist in an excessively heroic manner that verges on the ironic, flawlessly groomed and surrounded by attractive women and/or the trappings of success. Helnwein’s self-portraits, on the other hand, depict the artist as a bandaged, disfigured, sub-human figure, often splattered with pigment and displaying all manner of expressions of pain and worry. Both artists indulge in a certain narcissism, but the effect is utterly different. This contrast highlights the basic difference between the two artists: Koons is content to revel in the decadent and superficial, while Helnwein is obsessed with physical and psychological anxieties.

Projekt Antonin Artaud - Fremd im eigenen Körper: Auswanderungen
04/23/1989
PRO MEMORIA
Projekt Antonin Artaud - Fremd im eigenen Körper: Auswanderungen
Wohnung Heiner Müller
Ost-Berlin
Heiner Müller, Hans Kresnik und Gottfried Helnwein arbeiten an einem Theaterstück über Antonin Artaud
Da es schwierig und gefährlich ist, Antonin Artaud darzustellen, wird vorgeschlagen, von einer dreidimensionalen, plastischen Vorlage auszugehen. Gottfried Helnwein entwirft Skizzen ohne thematische Einschränkung, radikal seiner subjektiven Vision folgend. Diese Entwürfe dienen Heiner Müller zur Reflektion und Bildbeschreibung.

GOTTFRIED HELNWEIN, MEMORIALISING THE HOLOCAUST
05/01/2008
University of East Anglia, Norvich, UK
GOTTFRIED HELNWEIN, MEMORIALISING THE HOLOCAUST
Katy O'Donoghue
Gottfried Helnwein has been described as an artist that has committed himself to reminding the world of the Holocaust. Children are a recurring theme in his work; the strong/weak hierarchy makes them a ready metaphor for the victims of evil. Stripped one by one of their privileges, rights, sustenance, and finally their bodily integrity, the Nazi’s victims were subjected to what Christopher Bollas has called ‘a radical and catastrophic infantilization.’ I first became aware of Helnwein’s work in 2001 when he exhibited at the Kilkenny Arts Festival in Ireland. Large scale portraits of local children and photographs of his paintings conflating Nazi and religious imagery were hung on buildings around the city. I was particularly interested in the intense debate that arose around the installation of the pictures. City Council members objected to the hanging of work on City Hall, the public sent letters of complaint to local newspapers and called in to the local radio station in protest. During the exhibition two of the works were vandalised. Helnwein has maintained that it is important to see a reaction to his work. In February I travelled to Bonn, Germany and met with Helnwein to discuss how, through placing his work in the public realm, he attempts to keep Holocaust memory alive by instigating a dialogue. His subject matter is the repression of the greatest trauma of our century - National Socialism, people’s complicity in it, and its consequences.

PROJEKT ANTONIN ARTAUD - FREMD IM EIGENEN KÖRPER II
05/31/1989
PRO MEMORIA II
PROJEKT ANTONIN ARTAUD - FREMD IM EIGENEN KÖRPER II
Atelier Helnwein
Schloss Burg Brohl
Heiner Müller, Hans Kresnik und Gottfried Helnwein arbeiten an einem Theaterstück über Antonin Artaud
Am 31.5 und 1. 6. 1989 trafen sich Heiner Müller, Hans Kresnik, Gottfried Helnwein und Ismael Ivo in Helnweins Atelier auf Schloss Burgbrohl um die Arbeit an dem Theaterstück über Antonin Artaud fortzusetzen. Das Stück ist nie realisiert worden, die Arbeitsnotizen sind in Teilen erhalten. Für die Struktur des Stückes sollten drei bis fünf Motive über Artaud als Variationen erscheinen wie bei einer Komposition. Heiner Müller sagt, er könne am besten nach Bildern schreiben. Er schlägt vor: Helnwein solle alle erdenklichen Variationen zu dem Thema zeichnen und malen, die als Inspiratione dienen sollen, und auf deren Grundlage Kresnik die Choreographie erarbeiten soll.

Gegen die Harmlosigkeit in der Kunst
06/01/1999
Niederösterreichisches Landesmuseum
Gegen die Harmlosigkeit in der Kunst
Peter Zawrel
Direktor des Niederösterreichischen Landesmuseums
Apokalypse, eine Installation von Gottfried Helnwein in der Dominikanerkirche in Krems
Zum Wesen der Apokalypse gehört die Zuspitzung aller Gegensätze, die unbedingte Herbeiführung einer Entscheidung. Der Erzengel Michael stürzt den Drachen Satan zur Erde, womit zwar im Himmel der Kampf gegen das Böse entschieden ist, auf Erden jedoch erst jenes Inferno ausgelöst wird, welches Voraussetzung für den Weg durchs Gericht in das "Neue Jerusalem" ist. Für die Ausstellung in der Kremser Dominikanerkirche - zweifelsohne ein Ort, der aufgrund seiner Aura und kulturhistorischen sowie kultischen Bedeutsamkeit die Intensität von Helnweins Bildern noch zu steigern vermag - hat Helnwein verschiedene vorhandene Werke, zurückgehend bis 1986, unter einem bestimmten Aspekt neu gruppiert und mit neuen, für die Ausstellung fertiggestellten Bildern ergänzt. Der von ihm gewählte Titel "Apokalypse" erschließt sich nicht über die Umgangssprachliche Verwendung des Wortes, sondern nur über seine tatsächliche Bedeutung im Sinne von "Offenbarung der letzten Dinge". Diese sind schrecklich, und in Helnweins Bildern führt kein Weg aus der Finsternis der Beklemmung, die sie bewirken.

A la rencontre de Müller
01/01/2004
Universität Marburg
A la rencontre de Müller
Jean Jourdheuil
excerpts

01/01/2004
Arnulf Rainer, autres Aktionnistes Viennois, jusqu'à Gottfried Helnwein, mais aussi Antonin Artaud, etc ..
Françoise Duvivier
Je vous invite à parcourir les images, cheminements flashés de mon art, expériences visuelles vécues à l'extrème dans une société qui oublie souvent que derrière ses barrières modérées, se cachent des blessures et émotions mais qu'elle refoule, et qui sont souvent taboues. Rejoignant les aspirations d'artistes tels que Arnulf Rainer, autres Aktionnistes Viennois, jusqu'à Gottfried Helnwein, mais aussi Antonin Artaud, etc ... je cherche à retrouver l'identité archaïque de l'humain à-travers sa tragédie de la mort et de la naissance, ses processus de transformations dans la vie. Les travaux d'art exposés dans mon site , ne sont pas tous issus de mon expérience "N.D.E", peut-être que certains en sont plus ou moins imprégnés et je pense que la page de mes masques de morts, sont ici plus emprunts de cette expérience, [voir "The mortuary"] ....

Der Schrei.
11/30/2004
Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster
Der Schrei.
Andreas F. Beitin
Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades
Kunst- und Kulturgeschichte eines Schlüsselmotivs in der deutschen Malerei und Grafik des 20.Jahrhunderts
Der Schrei im Selbstbildnis als Gesellschaftskritik - Wohl kein autoporträtatives Schaffen ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts derart mit einer expressiven Gesellschaftskritik, mit einer Anklage verbunden, wie das von Gottfried Helnwein. Der Künstler macht sich um einer schonungslosen Aussage willen zum schreienden, zum stellvertretend leidenden Objekt seiner Bilder: „Ich will mit meinen Bildern und Aktionen die Menschen aus ihrer Eingefrorenheit lösen, wenn auch nur eine Sekunde lang, will sie verunsichern und zu spontanen Reaktionen hinreißen. Verunsichern, aber nicht destruktiv. Die logische Denkfähigkeit soll zugunsten totaler Selbstöffnung kurz trocken gelegt werden“, stellte der österreichische Maler, Grafiker und Aktionskünstler Gottfried Helnwein zur Intention seines Werkes fest.

Gottfried Helnwein - l'horrible et le sublime
01/01/1992
Benedikt Taschen Verlag
Gottfried Helnwein - l'horrible et le sublime
Andreas Mäckler
« Le rock, je cinéma et les bandes dessinées, voilà l'Art du 20e siècle : des formes artistiques simples dont la puissance et l'intensité élémentaires nous entraînent. Qualités plutôt rares dans la plupart des œuvres d'art reconnues qui sont, comparées à elles, le plus souvent anémiées, ennuyeuses, et ont peu de choses en commun avec la vie et les êtres humains. » Lorsque Gottfried Helnwein émit ce jugement sur l'art contemporain en 1990, son œuvre personnelle prouvait depuis longtemps qu'il était une fois de plus - bien en avance sur son époque. Car il n'a pas dû se vouer au rock et n'a jamais non plus créé de bandes dessinées. Les films qui ont été tournés - plusieurs prix leur ont été décernés - concernaient sa vie et son œuvre. Bien qu'aussi passionnants que le meilleur film policier, ils n'étaient qu'un véhicule de sa vraie passion, ses toiles, auxquelles il doit sa célébrité : elles vous glacent le sang dans les veines, elles électrisent le spectateur qui les perçoit comme un anathème, elles sont suggestives et ouvrent en même temps de vastes horizons sans pareils. Ni le rock, ni les bandes dessinées, ni le cinéma ne peuvent les égaler.

GOTTFRIED HELNWEIN oder die Welt hinter den Dingen, Eine Betrachtung
01/02/1989
Hubertus Froning
GOTTFRIED HELNWEIN oder die Welt hinter den Dingen, Eine Betrachtung
exhibition catalogue
Folkwang Museum Essen
Wenn wir von Helnwein sagen, er habe von aussen nach innen gemalt, dann heisst das,daß seine minutiöse und bohrend-insistierende Arbeitsweise, die die geschaute Wirklichkeit brutal interpretiert, eine hinter den Dingen im Verborgenen liegende Welt aufzudecken versucht.

01/01/2008
Rudolfinum Gallery, Prague
ANGELS SLEEPING
Petr Nedoma
Gottfried Helnwein - one man show
Let us take one of Helnwein's key images, "Epiphany 1 (Adoration of the Magi)", 1996 (mixed media on canvas, 210 x 333 cm). The figures of the officers in Nazi uniforms observing their leader are genuinely taken from an old photograph. Adolf Hitler is replaced by a seated figure of a young, distinctly Aryan blonde woman in a white dress, holding up with both hands upon her knee a standing, naked, strangely dark haired male infant, who in his face bears certain similarities to his predecessor in the original photograph. The figure of the Madonna, displaying her son to be honoured by the kneeling shepherds, is almost a literal paraphrasing of the painting entitled La Madonna del Rosario, finished by Michelangelo Merisi da Caravaggio in 1607.

It's only Rock and Roll
01/01/1995
Prestel, Munich - New York
It's only Rock and Roll
David s. Ruben
Curator of 20th Century Art, Phoenix Art Museum
Rock and Roll Currents in Contemporary Art.
The portraits of Hendrix, Joplin, and Lennon are particulary stirring because their ghostlike treatment translates as a poetic and humble tribute to major creative forces whose lives were tragically cut short. As exemplified by the paintings of Helnwein, the purpose of a contemporary rock and roll portrait may extend well beyond biographical signification to stimulating reflection upon larger issues of social or political consequence.

Patomás en Viena
10/01/2012
Museo Nacional de San Carlos, Mexico City
Patomás en Viena
Nicolás Alvarado
No todos somos Patomás pero algunos sí. Yo −lo sé− lo soy. Y Gottfried Helnwein no sólo lo es también, sino que encarna al personaje en tanto primus inter pares (y es que su don artístico habría de salvarlo de su destino perdedor). No miente cuando afirma que su obra trata de la corrupción de la inocencia −todos esos niños mutilados son también metáfora− ni cuando afirma que su agenda es justiciera, que lo que busca es señalar las iniquidades de este mundo, poner ese dedo posmoderno que es el ojo en la llaga siempre abierta que lastra a la realidad. Pero, Patomás al fin, el vengador clama en ese mismo acto venganza para sí mismo: para ese niño que nació donde no debía, en esa Viena de El tercer hombre que es el primero y el último, eterna e inescapable. Y al intentar vengar su triste destino intenta vengar el de todos, trata y falla −pero es noble su fracaso− de redimirnos, de salvarnos, de ayudarnos a huir de nosotros mismos a través de nosotros mismos. Lástima que nadie pueda arrancarnos de este vals, Mephisto Waltz acompasado y mareador al que hemos sido condenados. Doch sind wir alle Wiener?

01/01/1997
Museum of Modern Art, Otaru, Japan
THE METAPHORICAL PRINCIPLE OF GOTTFRIED HELNWEIN
Evgenija Nicolaevna Petrova
Chief Curator of the State Russian Museum, St. Petersburg
The works of Gottfried Helnwein are technically classified as hyper-realism (surpassing super-realism) and at first glance are practically indistinguishable from photographs. Though realistic in terms of technique, most of Helnwein's works are characterized by metaphorical implications. Among his works, for example, is a painting of a man blindfolded with a bandage around his head. Featured in magazines and newspapers worldwide, looking at this painting may have caused people to feel its unheard cry. Throughout most of Helnwein's work is the basic principle of realism laced with metaphor. Viewed in this light, this basic principle can be considered, in a sense, metaphorical under the guise of realism. On the contrary, photographs by Helnwein look like paintings with implications. Included in all of Gottfried Helnwein's work, this basic principle demonstrates a reflection of the aesthetics of popular culture and irony, and represent Helnwein's major outlook on the world. Gottfried Helnwein is endowed with perfect pitch and distinguished sense of contemporary issues. As a painter whose art deals with issues confronting human society, Helnwein creates a new standard of measuring modernism.

HELNWEIN
01/01/1992
Helnwein - Faces, Edition Stemmle
HELNWEIN
Reinhold Misselbeck
Curator for photography and new media, Museum Ludwig, Cologne
"I do not refer to the choice of objects, although I mean those too; above all, I refer to that expression of uniqueness, of the special quality of time that pictures can be given by artists who know what a record is. But that requires an interest in the things themselves and it is not enough to be interested in the lighting." Bertold Brecht

Gottfried Helnwein
05/01/1992
Pfalzgalerie Kaiserslautern, Kunstmuseum Thun
Gottfried Helnwein
Gisela Fiedler-Bender
one man show
Es ist der Mensch, ausschließlich der Mensch, das menschliche Antlitz, der vom Leben gezeichnete Mensch. Es geht Helnwein nicht um die schöne Oberfläche des Gesehenen, nicht um ästhetischen Genuß an der Natur und um eine Bestätigung herkömmlicher ästhetischer Normen. Sein Blick geht tiefer, genauer, unter die Oberfläche, hinter die Fassade. Und was er sieht, ist das, was wir nicht sehen wollen, was wir verdrängen und ausklammern möchten. "Vergessen, verdrängen bedeutet aber resignieren; nur Bewußtes kann verändert werden, Unbewußtes natürlich nicht. Und so werden durchaus revidierbare Dinge erst durch Verdrängung unveränderbar", schreibt der österreichische Tiefenpsychologe und Psychotherapeut Erwin Ringel - er sieht in seinem Heimatland, das das Ursprungsland der Psychoanalyse, das Geburtsland Siegmund Freuds ist, "eine Brutstätte der Neurosen." Konnte die Kunst der Wiener Aktionisten, konnten die Aktionen von Nitsch, Mühl und Schwarzkogler nur in Wien entstehen, sind sie zu erklären als Reaktion auf eine repressive Erziehung, auf eine konservative Grundhaltung?

01/01/1996
Günter Zehnder
MADONNA
Gottfried Helnwein's artistic and intellectual approach is to aim quite subtly at producing a crucial feeling of insecurity and a concomitant change of consciousness in the viewer, by using seemingly familiar or usual images that have a certain amount of tradition and an apparently well known composition.

Als Fremder unter Fremden leben
01/21/1982
Süd-Ost Tagespost
Als Fremder unter Fremden leben
G. Brugner-Rosenbaum
Dieser junge Künstler malt das lautlose Sterben voll poetischer, melancholischer Schönheit. Für mich ist er gleichsam ein Handke unter den Malern, ein exakter Beobachter, der bei seinen Mitmenschen die Innenhaut nach aussen stülpt und sie somit demaskiert. Die gemalten Schreie bleiben ungehört, zerbrechen klirrend an unsichtbaren Wänden und gefrieren in der Kälte der Einsamkeit. Der Mörder ist zugleich auch der Ermordete, im unschuldigen Kind steckt der unberechenbare Dämon. Alle sind gespaltene Existenzen, sadistische Masochisten,deren Gesichter von einer hilflosen und erbarmungswürdigen Hässlichkeit geprägt sind.

Gottfried Helnwein
01/01/2008
Fenton Gallery, Cork
Gottfried Helnwein
Medb Ruane
Gottfried Helnwein's classic yet unnerving images transform sentimental representations of childhood into portraits of individual subjects frozen at the moment of suffering. His photo-paintings pirouette on the fine line between chocolate box pictures/excessive sentimentality and the cost to children of being treated as commodities, of suffering emotional or physical pain at a grown-up's hands. High pictorial and technical values create compositions that recall contemporary cinema and seventeenth-century painting, expanding the treatment of time into epic. This apparent grandiosity plays against the immediacy of each suffering subject, underlining the different experience of time in childhood. Small hurts can devastate when you're a child. Big hurts stay with you for years, as survivors of Hitler's Anschluss testify. Now, in the age of virtual use and abuse of children, Helnwein's insistence on valuing the humanity and charm of the littlest, the least powerful, offers a counterpoint to claims that suffering counts most when you're grown-up. It opens his practice into a series of pictorial mise-en-scènes, as did Rembrandt's tableaux in The Blinding of Samson (1636) or The Night Watch (1642).

Peter und Irene Ludwig schenken China Kunstwerke
01/01/1996
CHINESISCHES KUNSTMUSEUM, PEKING
Peter und Irene Ludwig schenken China Kunstwerke
Astrid Legge, Astrid Maria, Petra s.Versteegh, Pia vom Dorp
Ludwig Museum für Internationale Kunst, Chinesisches Kunstmuseum, Peking, 1996
Gründung des Ludwig Museums für Internationale Kunst im Chinesischen Kunstmuseum in Peking, Katalog zur Ausstellung der Kunstwerke die das Sammler-Paar Peter und Irene Ludwig an China geschenkt haben. Das Bild "Dresden" (Mischtechnik auf Leinwand) von Gottfried Helnwein ist Teil dieser Sammlung.

Ich bin nicht Hamlet
09/01/1997
Applaus
Ich bin nicht Hamlet
Axel Sanjosé
"Hamletmaschine" in der Muffathalle. Bühnenbild: Helnwein
(Cover-story) Helnwein gestaltet das Bühnenbild zu Heiner Müllers "Hamletmaschine" in der Regie von Gert Hof Die Schonungslosigkeit, mit der Helnwein den Täter-Opfer-Mechanismus thematisiert - sei es im Einfangen einer Athmosphäre der erbarmungslosen Kälte, - ruft Befremden und Abwehrreaktionen hervor, die sich des öfteren als Skandale niedergeschlagen haben... Dagegen leuchtet die Affinität zwischen Helnwein und Heiner Müllers Hamletmaschine unmittelbar ein, nicht nur weil am Ende, wie es die Regieanweisung verlangt, Ophelia in Mullbinden eingeschnürt wird. Die gewalttätige Sprache des Ende 1995 verstorbenen Dramatikers und Regisseurs bohrt sich, statt wie bei Helnwein mit chirurgischrn Instrumenten, mit Worten ins Fleisch. Auch hier geht es um Opfer, allerdings um Opfer, die sich wehren und in der Wahl ihrer Mittel die Brutalität ihrer Umwelt widerspiegeln.

Erstickter Schrei
01/01/1990
polyaisthesis 5
Erstickter Schrei
Susanne Vill
beiträge zur integration der künste und der wissenschaften und zu ihrer umsetzung in die pädagogische praxis
Über Kunst und ihre Botschaft im postmodernen Dschungel transkultureller Rätsel.
An dieser Stelle sollen nun drei Beispiele diskutiert werden, Bilder von Klaus Staeck, Gottfried Helnwein und Paolo Baratella, die das ästhetische Programm der Protestmalerei bis zum gesellschaftlichen Eklat getrieben haben. Helnweins Bilder erwecken eine tiefere Angst vor sadomasochistischer Gewalt, vor Exzessen des Umgangs mit Menschen, die gequält werden, selbst quälen und dem Schrecken der Technik, der Medien oder dem Krankenhausterror ausgeliefert sind. Der Ekel, den seine superrealistischen Bilder vor allem Kranken, Abnormen, Deformierten in seiner hilflosen Auslieferung an gewaltsame Überformung auslösen, ist extremes Schockmittel im Sinne von Antonin Artauds Wirkungsästhetik. "Malen ist sich wehren", sagt Helnwein über seine Motivation. Sein Thema der Bedrohung und Gefährdung scheint den Nerv der Zeit zu treffen, der Aufschrei, den das stumme Medium verschweigt, bricht in jedem Betrachter selbst aus und schlägt die empathische Brücke über die Grenzen von Klassen, Rassen und Kulturen hinweg.

THOUGHTS
11/09/1988
Simon Wiesenthal
THOUGHTS
Gottfried Helnwein, Ninth November Night, Catalogue
Museum Ludwig Cologne
Not even the children were spared; they, too, fell victim to the destruction. It was Gottfried Helnwein's most convincing idea to present the consequences to this "period without mercy" in such an unconventional manner. He made no use of photos of heaped corpses; children's portraits force the observer to stop and consider this idea. The fury with which the neo-nazis reacted to these portraits is understandable inasmuch as it is the very same fury with which they have for years been fighting against The Diary of Anne Frank; the murder of children rouses abhorrence and conflict in every human, whether they are motivated by ideology or insanity. The urge to destroy has survived; the portraits bear witness to its rage - an attempt was made to cut them to shreds. "People, please, stop,... look at these children's faces, multiply their number by a few hundred thousand. Only then will you realise or gain an inkling of the extent of this holocaust, of the greatest tragedy in human history!"

Ein Aufschrei gegen die Schmerzen der Welt
02/13/1983
Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt
Ein Aufschrei gegen die Schmerzen der Welt
Erika Brenken
Die Kunst von Gottfried Helnwein - Erfolg und Kritik
Die Provokationen des 34jährigen Künstlers sind subversiv und klammheimlich. Sie packen den entsetzten Betrachter eben da an, wo die antrainierten Verdrängungsmechanismen sonst so gut funktionieren. Das wird am deutlichsten bei Helnweins Kinderbildern. Zarte pastellfarbene Zeichnungen, die zum Horrortrip für den Betrachter werden. Die sanften Kindergesichter sind durch Verletzungen furchtbar entstellt. Hasenscharten, Narben, Wundmale, Klammern, Kanülen, Bandagen. Der Anblick ist kaum auszuhalten. Aber was bedeutet das schon gegen die täglich von vielen tausend Kindern erlittenen Schmerzen, Qualen und Folterungen? Helnwein denunziert nicht die Kinder - das häufigste Missverständnis, mit dem man sich gegen seine Kunst wehrt - sondern unsere Neigung, vor dem Leiden die Augen zu verschliessen. Der Künstler entlarvt das Bedürfnis nach heiler Welt (oft nur eine Form von Abgestumpftheit) als unmoralisch, als Angst vor der Realität . Ein Moralist mit sadistischen Mitteln.

Gottfried Helnwein at Modernism
02/01/2003
Art in America
Gottfried Helnwein at Modernism
Peter Selz
Gottfried Helnwein's extensive 1997 retrospective at the State Russian Museum in St. Petersburg gave visitors an overview of his work going back to his street actions in Vienna in the 1970s, his grimacing iconic self-portraits that suggest self-mutilation, and on to his menacing canvases depicting the evils of the Third Reich. He has worked as a painter. draftsman, photographer, muralist, sculptor and performance artist. His work is consistently concerned with psychological anxiety. In his new series of paintings, done in somber monochrome blues, he continues to work with singulae sense of suspense and mystery.

L'infanzia a pezzi - Shattered childhood, Gottfried Helnwein
04/01/2003
CyberZone
L'infanzia a pezzi - Shattered childhood, Gottfried Helnwein
Massimiliano Geraci
Italy
The Austrian artist Gottfried Helnwein is well aware of the discomfort the public feels when confronted with images of children not represented as innocents but to whom a powerful sexual identity (and an awareness) is designated. In his work, and especially his paper drawings, he has created some of the most powerful and disturbing representations of abused childhood in history of art. We are not talking about the form of abuse commonly described in the penal code. By altering or removing the inbred pulsation that spurs us to stubbornly refuse or deny what we do not recognise, the manipulations and interferences (The Intrusion) adults perform on the social body of childhood are denounced.

 Manson's collaboration with world renown artist Gottfried Helnwein can be viewed in the same way: a combination of low art (rock music) with high art (painting)
08/01/2003
omega19x.tripod.com
Manson's collaboration with world renown artist Gottfried Helnwein can be viewed in the same way: a combination of low art (rock music) with high art (painting)
Disney and Dada
Blending Art and Music: With the The Golden Age of Grotesque, Manson has attempted something not seen since Disney's unusual masterwork, Fantasia. Fantasia, the collaboration between Walt Disney and Leopold Stokowski, was Disney's first attempt to combine low art (his animation) with high art (classical music). Manson's collaboration with world renown artist Gottfried Helnwein can be viewed in the same way: a combination of low art (rock music) with high art (painting). Manson was well aware of this, as he mentioned to NY Rock, "We grew up with the idea that entertainment is some lesser form of art, less valuable, less sincere, less worthy of our attention. I don't agree with it at all."

Standbilder
01/01/2003
www.medienaesthetik.de
Standbilder
Christoph Wulf
Herausgeber
Zur medialen Erzeugung der Grimasse
Mag in der Insistenz und Extensität der Produktion Rainers Werk herausragen, die Abwendung von der Anthropologie, die als Negation doch auch mit ihr verknüpft ist, durchzieht die Kunst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Zum Bestand der kanonisierten Kunst gehören mittlerweile die fotografisch dokumentierten Body-Perfomances der 60er und 70er Jahre (z.B. Bruce Naumann, Jürgen Klauke, Klaus Rinke), die Selbstporträts Gottfried Helnweins der 70er und 80er Jahre, die Video-Dummies von Tony Oursler.

Incorporeal Part II: Fervent Machines
01/01/2001
www.retortmag.com
Incorporeal Part II: Fervent Machines
by Robert Lort
"There can be no art without pain, there can be no pain without art". - Alexandro Jodorowsky
Austrian born artist Gottfried Helnwein's work is also of exemplary value, beginning with bandage action events (documented by the artist appearing in cafe's and lying in the street with his "wounded" head and face bandaged). His work depicts physical injuries which are metaphors for far deeper existential, psychological and human tragedies. Medical injuries, facial deformities and abused children proliferate throughout his work evoking primary internal anxieties. The inhumane acts of violence (child abuse, war atrocities, state oppression) and frightening images of familial estrangement that are presented in his work, constitute events which are preferred forgotten, like the nazi era, or preferred left unspoken such as familial traumas like child abuse. Helnwein also conducts a probing analysis of the individual and the self through an abundance of self portraits, each obscured by hideous facial bandages, his facial muscles, lips and eyes are stretched apart, torturingly, by varied medical instruments, now made famous by the Rammstein covers. All his images in some way evoke associations with mutilation, anguish or internal alienation. The works (frequently paintings appearing remarkably like photographs), boldly put forward social unacceptabilities never before portrayed so lucidly and so confrontingly. The many intensities produced in the work are profoundly disturbing, the impressions - uncomfortably eerie, electrocuting the eyes with a rush of haunting spatiality.

01/01/1981
Botho Strauss
Paare und Passanten
Helnwein, Monographie
Orac Pietsch Verlag, Wien
Verwunderlich wäre es, doch nicht mehr undenkbar, wenn eines fernen Tages, aus der Anderen Zeit heraus, das deutsche Dritte Reich nicht mehr vornehmlich nach seinem blutigen Formgefühl beurteilt würde, mit dem es die Schrecken der Diffusioo im ersten Massenzeitalter beseitigte, sondern vielmehr erinnert würde als das erste, alles in die Verirrung treibende Beben, als der Erste Ruck vor dem langsam gewaltigen Aufbruch in eine "geschichtslose" statische Epoche.

SOMBRITA EN BOTELLA
09/01/2003
el despertador
SOMBRITA EN BOTELLA
Bruno Mazzoldi
september song
Hay de decidirse a creer” (Aira. 51), telenovelas rasas que, en la Buenos Aires de Iris Nieves, “al mismo tiempo que eran de una extravagancia demente, debían ser muy banales, muy esquemáticas, simplificaciones brutales de la realidad, a la medida del más amplio de los públicos” (ib.), Bandagen-Aktionen y hielmos de vendas echándoselas de parificadas por idolatría de lo sobrante sobresaliente y sacrificio de fisonomía en estrictura uniforme, divinamente previsible autosuficiencia de la epidermis (v. Gottfried Helnwein, Marlene, acuarela sobre cartón, 1983) arrugada y rajada en corola de brochazo florecido sin arte ni parte mientras el hombrecito espera el autobús clavándose un Crazy Red 13 (Jolie de Vogue - Nail Polish, Laboratorios de Cosméticos Vogue, Bogotá) de lápiz tan amargo cuanto la mancha del girasol azteca que tiene encima (v. Helnwein, Artaud’s Song, óleo y pastel, 1989), a fin de enganchar la dolorosa cantilena del espinazo, claro está, obscurísimo, espejeante, otro reflejo succionado por faz definida en gasa alquitranosa, ocultos los bulbos oculares, sin tenedor edípico, la gula de sí brillando apenas en el fiel salivar de una tarántula metálica metida en la boca, quizás dispositivo quirúrgico cuya función habitual debería consistir en mantener separados los tejidos, doble erina en el lugar repugnante de lo que ni se come ni se saca, freno o bocado al borde de motes engolados, orzuelo oral, no el tumorcito del párpado sino esa especie de cepo que se utiliza para cazar fieras por los pies (v. Helnwein, Black Mirror V, Cibachrome, 1987).

10/01/1982
1.Wiener Kindergalerie
Wunderkinder?
Gottfried Helnwein
Künstler - und ihre Kinderzeichnungen
Das einzige, das von meiner Schulbildung geblieben ist, - das Schreiben und das Rechnen, habe ich in der Volksschule gelernt, bei den katholischen Schulbrüdern - ganz ohne moderne Pädagogik. Dort habe ich sogar im Zeichnen etwas gelernt. Im Religionsunterricht haben wir Herzen gezeichnet - mit Flügeln und schwarzen Flecken, die in den Beichtstuhl hineinfahren und auf der anderen Seite wieder weiß herauskommen. Das ist doch phantastisch! Oder - "das Auge Gottes"! Damals hat jeder in unserer Klasse gezeichnet wie der Günther Brus. Danach auf dem Gymnasium war alles Scheiße. Im Englischunterricht mußten wir 4 Seiten aus "Ann and Pat" auswendig lernen und in Bildnerischer Erziehung eine Wunderblume zeichnen. Ich hasse aber Wunderblumen, und so habe ich Donald Duck als Kapitän gezeichnet, wie er gerade Tick, Trick und Track anschreit. Worauf mein "Zeichenprofessor" meine Eltern vorgeladen hat, um ihnen mitzuteilen, wie gefährlich es sei, Witzhefte nachzuzeichnen. Damit hatte er jedoch nicht recht, denn die einzigen Lehrer, von denen ich wirklich etwas gelernt habe - nicht nur künstlerisch, sondern auch philosophisch, also für's ganze Leben sozusagen, - waren Walt Disney, Carl Barks und Donald Duck. Sie waren immer für mich da, und wenn ich das Gefühl hatte, niemand versteht mich, sie haben mich immer verstanden. Und wenn ich traurig war und einsam, sie haben mich wieder aufgerichtet und mir wieder Mut gemacht, und gemeinsam mit Tick, Trick und Track habe ich dann gesungen: "Wir pfeifen auf Pomade, auf Seife, Kamm und Schwamm, wir bleiben lieber dreckig und waelzen uns im Schlamm!"

Shared Reading: Gottfried Helnwein
06/19/2004
California State University, Dominguez Hills
Shared Reading: Gottfried Helnwein
Jeanne Curran and Susan R. Takata
Gottfried Helnwein's Epiphany I
* Helnwein's Epiphany I has been up on our site for years now. For a while I used it as wallpaper on my desktop. Perhaps that explains how the first hypertext poem came to be one about the Virgin. But as I struggled with updating the site, I checked all my old resources and came across materials that explain Helnwein's commitments and meanings far better than I could alone.

Helnwein
12/06/2000
ART newsroom.com
Helnwein
Joanna Hayman-Bolt
Any artist who sites Donald Duck and Jesus Christ as the most important influences in their art must be worth taking a look at. In the row of pristine gallery fronts in London's Cork street, you cannot miss Gottfried Helnwein's show; it's the one with the gigantic Mickey Mouse staring out at you. The Robert Sandelson Gallery has given us a stunning show of the infamous, Austrian born artist's recent work. Helnwein is on a mission to find the answers to questions that no-one in Austria would give him; such as why the post-war republic portrayed itself as a victim rather than as one of the first main perpetrators of Nazism.