
12/02/1991
Museum Ludwig Köln
48 Portraits
Helnweins Antwort auf Gerhard Richters Werkgruppe "48 Portraits"
Gerhard Richter schuf in den Jahren 1971/72 in fotorealistischer Manier eine Serie von 48 Porträtbildern von Männern, die die Moderne beeinflussten. Zwanzig Jahre nach der Entstehung von Richters Werkgruppe antwortete der österreichische Maler Gottfried Helnwein 1991/92 mit einem Zyklus von 48 Porträtbildern weiblicher Persönlichkeiten. Als Gegenpol zum kühlen Grau der Serie Richters bediente Helnwein sich warmer Rottöne. 1994 erwarben die Sammler Peter und Irene Ludwig die Werkgruppe, die seitdem Teil der Sammlung des Museum Ludwig ist.

12/01/1991
EMMA
48 PORTRÄTS
Bis jetzt gab es sie nur einmal, die "48 Portäts von Persönlichkeiten, die die Moderne beeinflussten". Sie hängen in der Eingangshalle des renommierten Kölner Museum Ludwig, gemalt Anfang der 70er Jahre in fotorealistischer Manier von Gerhard Richter, 59. Die weniger nach inhaltlichen und mehr nach formalen Kriterien ausgewälten Porträts haben nicht nur einen Haken, aber den vor allem: sie zeigen ausschliesslich Männer. 20 Jahre später antwortete der Maler Gottfried Helnwein, 43, seinem Kollegen: Er malte die "48 Frauen-Persönlichkeiten". Die Wand im Museum, die den Männern gegenüberliegt, ist noch frei.

07/26/1991
Süddeutsche Zeitung
Only Rock 'n' Roll
Christian Kämmerling
Interview mit Keith Richards
Keith Richards Portraits von Gottfried Helnwein

05/26/1991
Museum of Lower Austria, Vienna
one-man show
"Kindskopf", Installation in the Minoriten Church, Krems

05/20/1991
Studio Burg Brohl, Germany
Helnwein finishes "Kindskopf 1"
04/10/1991
Hochschule für Künste, Bremen
Helnwein - Workshop an der Kunsthochschule in Bremen
Jürgen Waller
Rektor, Hochschule für Künste, Bremen
University of the Arts, Bremen
Am Samstag kommt der Wiener Fotorealist Gottfried Helnwein nach Bremen.
Das Forum Böttcherstraße hat den berühmten Maler eingeladen, um in einem
Workshop mit der weltweit größten Sofortbildkamera (50 x 60 cm) zu
arbeiten. Ort des Kunst-Experiments: der Mehrzwecksaal in der Hochschule
für Gestaltung.
Organisator des Workshops, Wolfgang Stemmer.

01/01/1991
Los Angeles
Helnwein visits Charles Bukowski
Fotosession

01/01/1991
Los Angeles
Gottfried Helnwein meeting David Bowie in Los Angeles

01/01/1991
Germany
working on "Kindskopf"

11/01/1990
Fischer Verlag
Regie im Theater
Hildegard Kraus
Johann Kresnik
Wenn eine Steigerung möglich ist, gelingt sie Kresnik, im Frühjahr 1988, mit seinem nächsten Stück: Macbeth. Natürlich erzählt Kresniks Choreographisches Theater die blutgetränkte Fabel Shakespeares nicht einfach nach. Es hat sich einiger Motive bemächtigt die es wieder und wieder repetiert, in großaufgerissenen, heftig blutenden Bildern und verstörten, irrsinnigen Aktionen, denen der Kresnik geistesverwandte Wiener Maler Gottfried Helnwein als Bühnen- und Kostümbildner lediglich drei Farben gegeben hat: das Schwarz des Todes, das Weiß der Schlachthofwände und Leichentücher und das Rot des Blutes. Das Drama von Königsmord und Wahnsinn erscheint bei Kresnik wie durch den Fleischwolf gedreht: ein Hackstück, roh und triefend von Blut. Bis kurz vor Schluß der Aufführung gibt es keinerlei Entwicklung; nur Ansichten und Variationen von Tod, Mord und Irresein, umgesetzt in bohrende Bilder und verstörende Aktionen. Die Welt als Schlachthaus, abendfüllend und ohne Perspektivenwechsel, ohne Hoffnungsschimmer. Die Figuren heißen zwar "Banquo", "Duncan", "Macbeth" und "Macduff" samt zugehörigen Ladies; auch die drei Hexen, die mit ihren Einflüsterungen die originale Tragödie erst in Gang setzen, sind vorhanden als Mischung aus BDM-Mädchen, Militärpolizistinnen und Go-go-Girls: hübsche Harpyien des Grauens, die das monogam in sich kreisende, mit Blut geschmierte Geschehen antreiben und kontrollieren.

09/23/1990
Kunsthalle Darmstatt
Flucht
Dorit Marhenke
Problemkreis seit Menschengedenken
84 zeitgenössische Künstler zum Thema Menschen auf der Flucht
group show
catalogue
05/30/1990
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Krachend. Zum Münchener "Trionfi"-Streit
Gerhard R.Koch
Typisch ist auch dafür der Streit zwischen August Everding und Wolfgang Sawallisch um die Bayrische Staatsoper.
Dieser Zwist hat nun eine bemerkenswerte Teiltransplantation erfahren. Diesmal heißen nämlich die Kombattanten nicht Everding und Sawallisch, sondern Sawallisch steht nun ein ganzes Künstlerquintett gegenüber:
der Choreograph Hans Kresnik, der Maler Gottfried Helnwein, der Schriftsteller Gerd Jonke und der Tänzer Ismael Ivo sowie ein nicht namentlich genannter "Lichtdesigner der Rockmusikszene"
- wobei Kresnik und Helnwein als die Hauptwidersacher dastehen.
Ob Kresnik- Helnweins "Trionfi" den Segen der Orffianer gefunden hätte, ist sekundär gegenüber der Tatsache, dass man wissen muss, worauf man sich einlässt. Ein leider gänzlich fiktives Beispiel mag dies belegen: Käme ein Opernintendant, gar ein Festspielleiter auf die Idee, den amerikanischen Rocksänger und "Down by Law"- Schauspieler Tom Waits als Don Giovanni zu verpflichten, dann verhieße eben dies raueste, knurrendste Originalität eines unbehausten Vokalwüstlings. Sich dann über mangelnde Probenadrettheit und ungenügende Belcanto- Geschmeidigkeit zu beklagen, zeugt vom Mangel an Realismus. Konzeptionslosigkeit hat also nicht die Bayrische Staatsoper Kresnik und Helnwein anzulasten, sondern der Vorwurf fällt auf die großmächtige Institution zurück.

05/09/1990
Die Zeit
Tränen für die Revolution
Rolf Michaelis
Johann Kresnik inszeniert ein schrilles Requiem auf die DDR
Schockierend schon das Plakat, das der für Bühnenbild und Kostüme verantwortliche, als Maler im photorealistischen Stil bekanntgewordene Wiener Gottfried Helnwein entworfen hat: das ins Grobe vergrösserte Presse-Photo des in einer Blutlache liegenden Kopfes von Oskar Lafontaine. Rot eingeblendet: 'Das Attentat".
Ja, geht es im Stück von Peter Weiss nicht um das Attentat, das die junge Charlotte Corday am 13. Juli 1793 auf den jakobinischen Führer der Revolution, Marat verübt hat? Und hat sie sich nicht kurz vor dem Anschlag "ein Küchenmesser" gekauft, wie die Frau des Jahres 1990?
Die assoziationswütigen Österreicher Helnwein und Kresnik haben schon für ihren "Macbeth" (Heidelberg 1988) den machtbesessenen Politiker Shakespeares in einer Badewanne sterben lassen - und dafür mit dem Presse-Photo des toten Uwe Barschel im Genfer Hotel auf dem Plakat geworben.
Woran denken Helnwein/Kresnik nach dem 9. November 1989, wenn sie bei Peter Weiss solche Sätze lesen?
"Mit der Ruhelosigkeit der Gedanken / lässt sich keine Mauer durchbrechen. / Wir sind die Erfinder der Revolution / doch wir können noch nicht damit umgehen./ Siehst du den Irrsinn dieser Vaterlandsliebe.../ Ich pfeife auf die Nation / so wie ich auf alle anderen Nationen pfeife../ Ich pfeife auf diese Bewegungen von Massen / die im Kreise laufen..."
Schräg ist alles an Helnweins Bühne: ein gekipptes, ein irres Haus, ein schiefes Irrenhaus als Raum unseres Lebens. Die Bühne ist, von rechts nach links, im Winkel von 26 Grad geneigt. Auf dieser Rutschbahn, die von Krankenpflegern gewässert wird, wenn sie mit Feuerwehrschläuchen die erhitzten Kranken kühlen, findet Leben statt: man robbt nach oben, schlittert nach unten. Auch die beiden klinikweissen Wände dieses Saals stehen nicht im rechten Winkel. Sie knicken weg mit je drei blinden Fenstern übereinander.

03/23/1990
B.Z. Berlin
Krach um Katalogmädchen für den Opern-Chef
Verführerische Mädchen in reizvoller Unterwäsche - ausgeschnitten aus Versandhaus-Katalogen! Diese Katalogmädchen-Auswahl legte Starkünstler Gottfried Helnwein dem Staatsopern-Direktor Wolfgang Sawallisch als Kostüm-Entwürfe für die nächste Opernpremiere
Opernchef wütend über die nettern Mädchen aus dem Katalog. Ballett-Stars und Sängerinnen sollten in Unterwäsche auftreten - Direktor Sawallisch feuert Kostümausstatter Helnwein