
05/01/1996
fotoMAGAZIN
Fotografen und Maler
AEM
Interview mit dem Kunstsammler Peter Ludwig
fm: Sie haben sich als renommierter Kunstkenner auch mit Gemälden beschäftigt, die nach Fotos gemalt wurden - etwa von Malern wie Gerhard Richter und Gottfried Helnwein. Beide haben Porträts gemalt "wie fotografiert" - was reizt Sie daran?
Ludwig: Das Foto ist seit der Erfindung der Fotografie ein wesentliches Medium auch für die Maler. Der ganze Impressionismus ist undenkbar ohne Fotografie. Der Bildaufbau der Impressionisten kommt von der Fotografie. Und bedeutende Impressionisten waren auch bedeutende Fotografen.
fm: Wozu denn so etwas wie die Arbeiten von Richter oder Helnwein, die Lexikonfotos abmalten?
Ludwig: Der Künstler benutzt die Fotovorlagen, um daraus Bilder zu machen - und das ist etwas, was es schon im 19. Jahrhundert gab. Lehnbach hat seine berühmten Porträts der Zeitgenossen nach Fotos gemalt. Richter und Helnwein haben den Fotovorlagen einen zusätzlichen Akzent gegeben - sie haben sie in Bilder umgesetzt und nicht kopiert.

01/01/1996
Inter Communication,Japan
Interview with Gottfried Helnwein
by Toshiharu Ito
TOKYO
Interview with Gottfried Helnwein
Interviewer: ITO Toshiharu
Translation: ENDO Tohru
ゴットフリート・ヘルンヴァイン インタビュー
インタヴュアー: 伊藤俊治
遠藤徹 訳
08/04/1995
Süddeutsche Zeitung Magazin
Jüngstes Gericht, (erstes Vorgespräch)
über sein Dasein auf Erden wird befragt: Gottfried Helnwein, 47, Künstler, z.Zt.Burg Brohl (Eifel)
(Auszug)
Ein Bild von Ihnen heisst "Gott in Panik"...
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Ich kann zu Gott gar nichts sagen.
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Aber zu Gott etwas malen, offenbar.
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Wenn eine so lange Zeit so viele Leute sich einen Gott wünschen, dann wird es möglicherweise einen geben. Man kann alles erschaffen. Aber zu dem Bild: Wenn ich Gott von dieser Welt wäre, wäre ich in Panik. Ist das etwa bei euch da oben nicht so?
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Wir sehen vor allem, dass Helnwein in Panik ist.
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Ich habe von Anfang an erkannt, dass diese Welt in einem katastrophalen Zustand ist, und dass man die Menschen permanent daran erinnern muss. Ich habe nicht so gute Verdrängungsmechanismen wie die meisten anderen Menschen.
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Sie sind wütend auf die Menschen, aber im Grunde lieben Sie sie, nicht wahr?
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Eigentlich ja. So komisch das klingt. Nur in der Masse werden sie gefährlich.
Mich erschreckt, dass es das Ziel der meisten Menschen ist, bedeutungslos zu sein.
01/01/1995
Unart
Gottfried Helnwein
Oliver Krüger
Kamera / Schnitt / Regie
Helnwein, 1948 in Wien geboren, gehört sicherlich zu den herausragendsten Vertretern zeitgenössischer europäischer Malerei und Fotographie, denn nach dem spektakulären Debut mit provokativen Aktionen in den siebziger Jahren entnimmt er seine Motive vielfach der Populärkultur. Er greift die brennenden Probleme der Gegenwart auf und zeigt in tabubrechenden Bildern von verletzten Menschen und besonders von Kindern die klinische Deformation einer monströsen Gesellschaft auf. Immer gelingt es ihm, den Nerv der Zeit zu treffen und freizulegen, d.h. künsterlerisch zu artikulieren. Frank Schüller interviewt den renommierten Maler in seinem Atelier.

12/11/1994
Sonntagszeitung, Zürich
"WIE EINER DER GROSSEN MEISTER DER RENAISSANCE"
Roger Anderegg
DER ÖSTERREICHISCHE MALER UND FOTOGRAF MACHT SICH FÜR DIE ANERKENNUNG DER DISNEYSCHEN SCHÖPFUNG ALS KUNST STARK. Helnwein, 46, ein Meister der Provokation, hält Walt Disney für so bedeutend wie Leonardo da Vinci und Rembrandt.

11/06/1994
NEWS
Zwei wilde Hunde - Deix & Helnwein
Georg Kindel
Österreichs erfolgreichste Schockmaler im Wortduell: über Politik, Kunst und ihre gemeinsame triste Vergangenheit.

06/09/1994
DER SPIEGEL
"Donald war mein Erlöser"
Helmut Sorge
(Auszug)
DER SPIEGEL:
Erheitert es Sie eigentlich, wenn Sie, Beispielsweise von dem österreichischen Künstler und Duck - Fan Gottfried Helnwein, als einer der "bedeutensten Künstler dieses Jahrhunderts" bezeichnet, oder von anderen Bewunderern sogar mit Michelangelo verglichen werden?
Barks:
Hat er das gesagt? Na, ich hoffe er hat recht.
Nein, die Wahrheit ist: Ich bin schlicht und einfach ein Comic - Zeichner, der sein Geld verdienen Musste.
01/01/1992
Verlag C. H. Beck
GOTTFRIED HELNWEIN IM GESPRÄCH MIT ANDREAS MÄCKLER
Andreas Mäckler
Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Mäckler. Die Interviews mit Gottfried Helnwein fanden statt am 13./14. Juli und wurden am 21./22. September 1990 fortgesetzt

07/26/1991
Süddeutsche Zeitung
Only Rock 'n' Roll
Christian Kämmerling
Interview mit Keith Richards
Keith Richards Portraits von Gottfried Helnwein

05/05/1990
Stuttgarter Nachrichten
"Ein gefundenes Fressen"
Peter Kümmel
Vor der Premiere: Kresnik und Helnwein sprechen über ihre Stuttgarter "Marat/Sade"-Version
Haben Kresnik und Helnwein einen Skandal programmiert?
"Ach, Skandal", sagt Helnwein lächelnd. "Die Stuttgarter sind meiner Beobachtung nach ein sehr skandal-resistentes Publikum. Im Gegensatz zu den Münchnern, die sich gern erregen. Die Stuttgarter würden eher ersticken als zuzugeben, daß sie sich aufregen."
Mit diesem Nicht-Lob auf Stuttgart plaziert Helnwein einen Hieb gen München. Dort, an der Bayerischen Staatsoper, platzte im März ein Projekt des Teams Kresnik/Helnwein, die Inszenierung von Orffs "Trionfi". Operndirektor Sawallisch warf den beiden Osterreichern vor, das Werk nicht ernstgenommen zu haben. In Wahrheit dürfte Kresniks und Helnweins eigenwillige, stark aktualisierende Interpretation den Münchnern eine gehörige Angst vor der eigenen Courage eingejagt haben.
Helnwein und Kresnik reden, nicht erst seit dieser gemeinsamen "Skandal"-Erfahrung, gern in der Wir-Form. Sie haben sich gesucht und gefunden. Helnwein sagt: "Kresnik hat mich zum Theater gebracht. Die Zusammenarbeit mit ihm ist so leicht, so selbstverständlich - wie wenn zwei Rockmusiker auf der Bühne zusammenspielen. Wir haben auch einen sehr verwandten Anspruch an unsere Arbeit: den Rundumschlag. Ich habe immer gesagt: "Malen bedeutet: sich wehren". Und Kresnik sagt: "Der Kampf geht auf der Bühne weiter".
03/12/1988
Tageszeitung München
Jedes Bild ein Kampf
Claudia Jaeckel
Der österreichische Künstler Gottfried Helnwein geht mal wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nach: er beutelt das Publikum. In der neuen Ausstellung der Galerie der Zeichner (Prinzregentenstraße 60) geht Helnwein unter die Haut: mit Buntstift(!) -Zeichnungen genauso wie Fotoarbeiten. Wir sprachen mit dem Enfant Terrible der internationalen Kunst- und Zeitschriftenszene über Medien, Moral und Moskau.

11/05/1981
Kurier, Wien
Club 2 über die Kunst - Skandale
Anlass: Nitsch-Aktion / Proteste erwartet
Helnwein :
"Aber im Sprachgebrauch kommt das doch ständig vor. Wie oft sagt man in Wien: Geh' scheissen!"
Aktionist Nitsch :
"Und wo scheissen Sie hin ? Sie scheissen ins Klo, - net ?"
Kolumnist Nimmerrichter :
"Eigentlich eher ja."