»Ich kann mich in kein System einfügen«
11/14/2013
Süddeutsche Zeitung Magazin
»Ich kann mich in kein System einfügen«
Sven Michaelsen
Interview mit Gottfried Helnwein
Als Kind zerschnitt sich der Wiener Maler Gottfried Helnwein die Hände mit Rasierklingen. Durch Donald Duck entdeckte er die Kunst. Heute sind seine Horrorvisionen längst Kunstgeschichte. Ein Gespräch über die Abgründe eines ungewöhnlichen Lebens.

Das Böse ist immer relativ
10/27/2013
Frankfurter Rundschau
Das Böse ist immer relativ
Arno Widmann
warum der Maler Gottfried Helnwein in seinem Werk Epiphanie I, (Anbetung der Könige) SS-Offiziere auftreten lässt
Gottfried Helnwein ist einer der bekanntesten lebenden Maler. In der Albertina in Wien gab es gerade eine große Retrospektive seiner Werke. In diesem Gespräch geht es nicht um die anderen berühmten Bilder Helnweins, die von verletzten Mädchen oder die, auf denen er selbst dargestellt ist als Geschundener, oder seine Arbeiten für das Theater. Wir sprechen über ein einziges Bild, über „Epiphanie I (Anbetung der Könige 3), 2013.

"MEIN SEHNSUCHTSORT WAR ENTENHAUSEN"
07/05/2013
Der Standard
"MEIN SEHNSUCHTSORT WAR ENTENHAUSEN"
Andrea Schurian
Gottfried Helnwein stellt in der Albertina seine Vielseitigkeit unter Beweis - Der Meister des Hyperrealismus über Kunst und amerikanische Politik
Wien - Jedes Bild ein drastisches Manifest, ein empörter Wutschrei gegen Kindesmissbrauch und Gewalt; Mitgefühl mit den Opfern, Warnung vor braunen Schatten der Vergangenheit. Bandagierte Körper und Köpfe, verklebte Münder, Blut. Dazwischen Liebe und Micky Maus und Donald Duck und Stars von Andy Warhol bis Sean Penn. Trivial, popkulturell, politisch, aufrüttelnd, hyperrealistisch, in den 1960er-Jahren das Bürgertum verschreckend; heute im Museum gelandet.

Gottfried Helnwein & The Dreaming Child
06/15/2013
EuroArts Music
Gottfried Helnwein & The Dreaming Child
This unique documentary explores what happens when the artist Gottfried Helnwein takes on the role of Production Designer for the never-before-seen opera The Dreaming Child written by Israel’s most famous playwright, Hanoch Levin.

Gottfried Helnwein im Gespräch mit Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder
06/22/2014
ORF
Gottfried Helnwein im Gespräch mit Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder
Am 26. Mai im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF
Er gehört zu den international bedeutendsten österreichischen Künstlern: Gottfried Helnwein. Anlässlich seines 65. Geburtstages und rechtzeitig zur Eröffnung der großen Albertina-Retrospektive mit mehr als 150 Werken aus allen Werkphasen bringt ORF III Kultur und Information ein einzigartiges Künstlergespräch und zeigt am Sonntag, dem 26. Mai 2013, um 18.25 Uhr in einem "ORF III Spezial" Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, im Gespräch mit Gottfried Helnwein. Helnwein erklärt dabei, warum er Wien vor Jahrzehnten verlassen hat, warum ihn sein Schaffen immer wieder zum Motiv des missbrauchten Kindes zurückführt und warum in der trivialen Kunst eine unglaubliche Power liegt.

Das Spießertum zieht immer den Kürzeren
05/24/2013
Schau Magazin
Das Spießertum zieht immer den Kürzeren
Chris Berndl
Interview
Raus aus der Komfortzone. Im schau-Interview anlässlich seiner Retrospektive in der Wiener Albertina fordert uns Gottfried Helnwein auf, wieder selbst aktiv zu werden. Obwohl er die Welt längst in den Fängen von globalen Megakonzernen und Turbokapitalismus sieht, hätte jeder von uns die Macht, etwas zu ändern. Hinterfragen, auflehnen und boykottieren lautet seine Devise.

05/24/2013
Wienerin
Gottfried Helnwein im Gespräch
Sylvia Margret Steinitz
Die Retrospektive seines Werks, die ihm die Wiener Albertina zum 65. Geburtstag ausrichtet, läuft mit großem Erfolg. Die WIENERIN sprach mit Gottfried Helnwein über das Mädchen als immer wiederkehrendes Motiv, die Notwendigkeit von Feminismus und warum an Schulen Kampfsport unterrichtet werden sollte.

KULT- MALER IM TALK
05/24/2013
NEWS
KULT- MALER IM TALK
APA
"Kinderbilder schockierten, weil sichtbar wurde, was Leuten unsichtbar lieber wäre"
Heute eröffnet die Wiener Albertina eine große Retrospektive zu Gottfried Helnwein. Der österreichische Künstler, der seit vielen Jahren in den USA und in Irland lebt, hat mit seinen hyperrealistischen, oft schockierenden Darstellungen bandagierter und blutender Kinder, mit seinen gequälten Selbstporträts und mit seinen düsteren Donald Duck-Bildern seine ganz eigene Zeichensprache etabliert. Im APA-Interview spricht Helnwein über mangelnde "Verdrängungsmechanismen", die Sehnsucht nach Entenhausen und den nahenden Untergang der westlichen Zivilisation.

GOTTFRIED HELNWEIN ÜBER TERRORISMUS, KRISE UND GEGENKULTUR
05/21/2013
Vice Magazin
GOTTFRIED HELNWEIN ÜBER TERRORISMUS, KRISE UND GEGENKULTUR
David Bogner
Als Kind hab ich oft Tage damit verbracht, in den Bildbänden Gottfried Helnweins zu blättern und mir die weirdesten Geschichten zu den Bildern von bandagierten Kindern einfallen lassen. Der Maler war Teil meines Aufwachsens—genauso wie die Stones, Mickey Rourke und andere Poster-Bad-Boys der Post- 68er-Generation, der auch meine Eltern angehörten. Helnweins Werk ist vielfältig und berührt uns an den dunkelsten Stellen unserer Seele, des Unterbewusstseins oder als was auch immer ihr die Triebfeder des menschlichen Handelns bezeichnen wollt, die uns Kinder foltern, aber auch Samariter sein lässt. Darüber hinaus hat der Künstler mit seiner Technik, die eine Kombination aus Fotografie und Malerei darstellt, schon in den 70er Jahren eines der wichtigsten Themen der Gegenwart vorweggenommen: die Inszenierung von Bildern und wie wir durch sie manipuliert werden können. Dementsprechend misstrauisch fällt auch das Interview aus.

РЫЦАРЬ НЕВИННОГО ОБРАЗА
10/21/2013
SNOB
РЫЦАРЬ НЕВИННОГО ОБРАЗА
Марина ОЧАКОВСКАЯ
К ретроспективе австрийского художника Готтфрида Хельнвайна в венском Музее «Альбертина»
Послевоенная Австрия представляла собою причудливое зрелище. Во-первых, это была единственная страна из советской оккупационной зоны, не «вступившая на путь социалистического развития», а как-то умудрившаяся сохранить рыночную экономику. Во-вторых, ей замечательно удалось сыграть роль первой жертвы нацизма, и это при том, что австрийцы, составляя около девяти процентов населения гитлеровского Рейха, поставили добрую половину кадров СС. Наконец, если в Германии серьезно отнеслись к денацификации, то Австрия оправдывала своих фашистов пачками – и прокуратура, и судебные органы были напичканы бывшими нацистами, которые своих, конечно же, осуждать не хотели.

05/17/2013
Wiener Zeitung
Gottfried Helnwein im Interview
Christina Böck
Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
Ab 25. Mai zeigt die Albertina eine große Retrospektive von Gottfried Helnweins Arbeiten. Vieles davon wird zum ersten Mal in Wien zu sehen sein. Mit der "Wiener Zeitung" sprach der 64-Jährige, der für seine hyperrealistischen, verstörenden Bilder bekannt ist und der in Los Angeles und Irland lebt, in einer Ausstellungsaufbau-Pause.

05/15/2013
Kulturzeitung 80
Kunst hat die Macht, alles zu verändern
Wolfgang Pauker
Gottfried Helnwein Retrospektive in der Albertina
Gottfried Helnwein schaffte es mit seinen hyperrealistischen, gesellschaftskritischen Bildern in den Olymp der internationalen Kunstwelt. Anlässlich seines 65. Geburtstages, den er im Oktober feiert, widmet ihm die Wiener Albertina nun die bisher größte Retrospektive seines Schaffens im deutschsprachigen Raum. Wir sprachen mit ihm über das Weltgeschehen, Wege mit Kunst daran etwas zu verändern und warum er immer Wiener bleiben wird...

DER VERSTÖRER
05/02/2013
NEWS
DER VERSTÖRER
Susanne Zobl
Gottfried Helnwein- Vor der monumentalen Albertina-Schau ab 25 Mai besuchte NEWS den Weltkünstler in L.A.
Das Gefährlichste, was einem Künstler passieren kann, ist: von der bürgerlichen Gesellschaft vollkommen akzeptiert und umarmt zu werden. Es ist die Todesumarmung. Der Anfang vom künstlerischen Ende. Mir geht es darum, dass Menschen meine Bilder sehen. Mir haben immer wieder Leute gesagt, dass sich meine Bilder schon in ihrer frühen Kindheit tief in ihr Gedächtnis eingegraben haben und dass sie eine wesentliche Erfahrung für sie waren. Ich denke, das können nicht viele Künstler von sich sagen. Es ist mir wichtig, dass meine Bilder in Museen sind, aber noch wichtiger ist es mir, dass sie in den Köpfen der Menschen sind.

RÜCKKEHR EINES REVOLUTIONÄRS
05/01/2013
Wiener
RÜCKKEHR EINES REVOLUTIONÄRS
Barbara Gasser
Ab Mai widmet die Albertina Gottfried Helnwein eine umfassende Retrospektive. WIENER-Autorin Barbara Gasser hat den Künstlerin seinem Atelier in Downtown Los Angeles besucht
Gottfried Helnwein: Nach dem Sandy Hook Massaker, wo 20 Schüler kaltblütig erschossen wurden, titelte Jonathan Keats seinen Artikel im „Forbes“ Magazin mit „The true Impact of Violence on Childhood? Why every American ought to see the paintings of Gottfried Helnwein“. Gewalt wird in den USA verherrlicht. Amerika beschert uns eine Kultur des Tötens. Das beginnt bereits bei den Videogames, wo Kindern Killen als Unterhaltungsform vorgesetzt wird. Es sind aber nicht die Waffen Schuld, sondern das Übel liegt in der Gesellschaft. Jedes dieser High School Massaker Kids ist jahrelang mit Psychopharmaka voll gepumpt worden. Das Aus- und Fortbildungswesen ist in den USA erschreckend. Der Staat pulvert lieber eine Trillion Dollar in die Waffen- und Kriegsindustrie statt in Erziehung.

03/31/2013
ORF
Gespräch mit Gottfried Helnwein
Der österreichische Künstler Gottfried Helnwein spricht über seine Arbeit und seine bevorstehende Retrospektive in der Wiener Albertina.
12.40, Ö1 GESPRÄCH - Intermezzo Der Maler Gottfried Helnwein antwortet auf Fragen von Christine Scheucher.

"DAS IMPERIUM GEHT UNTER"
02/02/2013
Die Presse
"DAS IMPERIUM GEHT UNTER"
Almuth Spiegler
Interview mit Gottfried Helnwein. Nach 28 Jahren stellt Gottfried Helnwein wieder in Wien aus, in der Albertina. "Die Presse am Sonntag" traf ihn bei einem Arbeitsbesuch.

Looking Inside: A Conversation with Gottfried Helnwein
05/01/2013
Albertina Museum Vienna
Looking Inside: A Conversation with Gottfried Helnwein
Howard N. Fox
On the Occasion of the Retrospective of Gottfried Helnwein at the Albertina Museum, May 25, 2013
GH: Vienna, the city I was born into right after the Second World War was a dreary place. The long shadows of the Third Reich were still cast over the city and the smell of death was in the air. I remember the empty streets, ruins of bombed houses, rust, rubble, no colors, no sound. There was a sense of despair. All the grown-ups I saw seemed silent, dark and broken. I never saw anybody laugh, I never heard anybody sing. It was a world that stood still, as if undecided yet if life should go on. What I didn't know then, was that my parents’ generation had recently lost two World Wars in a row and just completed the biggest genocide in history. The only art that I saw in my early childhood were 19th century paintings of tortured, blood-soaked martyrs and saints on the wall of cold churches were I spent a good time of my childhood. Until one day some PR-officers of the occupying American forces, God bless their hearts, thought it a good idea to bring some American culture, say Walt Disney's comic books, to us Nazi-kids in Germany and Austria to re-educate us. Especially the Donald Duck stories by the ingenious Disney artist Carl Barks hit us children like a comet and turned our world upside down. It was a culture shock. For me it was also an epiphany, a religious experience. Opening my first comic book was like leaving my parents’ yesterday-realm of death and darkness and stepping into a bright and infinite future. For the first time I experienced color and speed and the power of fantasy and imagination.

GOTTFRIED HELNWEIN
12/01/2012
Auxiliary Magazine
GOTTFRIED HELNWEIN
Jennifer Link
Editor in Chief
INTERVIEW
Auxiliary Magazine: Many pieces of your work are intimate glimpses to fascist figures and groups. Is this a theme you still feel is relevant? Helnwein: Mussolini once said: "Fascism should rightly be called Corporatism, as it is the merger of corporate and government power". Well, look around - does it look like there is a growing influence of bankers and big corporations on our governments and our lives? The new Fascists will not come as grim looking brutes in daemonic black uniforms and boots, they will wear slick suits and ties, and they will be smiling.

“El arte, un medio para tomar conciencia” Gottfried Helnwein
10/18/2012
Milenio
“El arte, un medio para tomar conciencia” Gottfried Helnwein
Emiliano Balerini Casal
Cultura
El artista austriaco expone en el Museo Nacional de San Carlos su muestra 'Fe, esperanza y caridad', compuesta por 34 imágenes que provocan gran impacto.
Ciudad de México  • Considerado uno de los artistas plásticos y fotógrafos hiperrealistas más polémicos de la actualidad, Gottfried Helnwein (Viena, 1948) se encuentra de visita en México para inaugurar hoy la exposición Fe, esperanza y caridad en el Museo Nacional de San Carlos. Se trata de una retrospectiva integrada por 34 imágenes intervenidas que muestran la realidad humana, en especial la de los niños. Sus obras también se podrán ver en la Galería Hilario Galguera y en el Monumento a la Revolución.

Gottfried Helnwein y su Canto de la Aurora
10/16/2012
Esquire
Gottfried Helnwein y su Canto de la Aurora
Sandra Cerisola
Redacción
El artista vienés se presenta en la ciudad de México. Hablamos con el galerista Hilario Galguera sobre la relevancia de estas exhibiciones
Para Gottfried Helnwein el arte tiene un sentido humano y altruista. Pero en la exposición llamada El canto de la aurora, que se presentará en la galería Hilario Galguera, no esperen encontrar escenas obvias. El artista vienés -conocido ampliamente por su trabajo con músicos como Rammstein y Marilyn Manson- mostrará 12 pinturas hiperrealistas, inspiradas por el espíritu de la Europa de la post guerra, donde vemos imágenes de niñas que muestran la inocencia de la infancia, pero de una manera sutil pero conmovedora también la violencia y la destrucción. Hablamos con Hilario Galguera sobre lo que propone Helnwein en esta exposición.  

10/16/2012
Esquire
Interview with Gottfried Helnwein
Sandra Cerisola
English Version
GH: People are constantly bombarded with millions of images of the daily horror from around the world, through mass media, television, internet, which makes us feel helpless, because it tells us there is nothing we can do about it. Art is the exact opposite; with art you can approach any subject, no matter how horrible, because aesthetics can transcend and transform any uglyness, into something beautiful, it can elevate, inspire and might be able to open doors to understanding. My images always dealt with what's happening around me, I wasn’t making things up. From early childhood on when I looked at people around me I perceived them as suffering in some way, without being conscious about it. I thought that most people seemed to be somewhat damaged , and that’s what I started to show in my paintings.

10/12/2012
Deutsche Zeitung in Mexico
„Es ist die Welt die schockiert, meine Arbeit ist nur die Antwort darauf.."
Lisa Hagen
Interview mit Gottfried Helnwein
Helnwein: "Ich war 18, als ich beschloss Künstler zu werden. Davor sah ich keinen Platz für mich in der Gesellschaft. Ich konnte zwar immer gut zeichnen, aber Künstler wollte ich nie werden, die Vorstellung, ein Leben lang mit Rauschebart vor einer Staffelei zu stehen und irgendwelche abstrakten Bilder zu malen, erschien mir grauenhaft. In meinen Tagträumen in der Schule sah ich mich eher als Revolutionsführer, der das ganze System zum Einstürzen brachte".

10/10/2012
Chilango Magazine
Interview with Gottfried Helnwein
English Version
My work process is based on passion, intuition and curiosity. I don't have a specific plan or method. I just keep moving forward, and each work is a new attempt to get closer to my basic vision, knowing that I will never fully reach it.

Interview - Gottfried Helnwein spricht über die Rolling Stones
04/06/2012
NEWS
Interview - Gottfried Helnwein spricht über die Rolling Stones
Evie Sullivan
Los Angeles
Ich kann mich erinnern, als dann die Beatles kamen, war das eine Erschütterung, eine Ungeheuerlichkeit, die bei der Generaton meiner Eltern Panik auslöste. Immer wieder hörten wir die Rufe: ‚Die gehören vergast, unterm Hitler hätte es das nicht gegeben!’ Wir ließen uns die Haare wachsen und wurden auf der Straße auch immer so begrüßt: ‚Ihr Gesindel, Ihr gehört's vergast!’ Ich war eigentlich kein Beatles-Anhänger. Ich fand sie interessant, aber erst der Auftritt der Stones war für mich das Schlüsselerlebnis. Es gab ja damals zwei Lager, die Beatles und die Stones Anhänger, die sich eine Zeitlang feindlich gegenüberstanden. Ich war immer auf der Seite der Stones. Die Beatles hatten ja am Anfang dieses gestylte, uniforme Band-Image mit ihren Pilzköpfen, schmalen Krawatten und den schicken Anzügen. Die Stones waren ganz anders, wild, verwahrlost, ungezügelt, verwegen. Es war die Ahnung einer Zeit des Ungehorsams, des Widerstands, der Rebellion. Sie haben uns den Geschmack von Freiheit vermittelt. Ihre Lieder waren härter, aggressiver, anarchistischer. Sie nahmen sich einfach alle Freiheiten und alle Mädchen und verhöhnten die Welt unserer Eltern. Und sie sahen vor allem genau so aus, wie wir gerne ausgesehen hätten. Für uns biedere, eingeschüchterte Nachkriegskinder, die wir wie Ministranten da standen, mit roten Ohren und Hitlerjugend-Haarschnitt - vorne ein Schopf und hinten bis zum Wirbel hinauf geschoren - für uns waren sie wie Götter, die aus einer höheren Welt zu uns heruntergestiegen waren.

Ich bin gläubiger Donaldist
03/01/2012
Playboy
Ich bin gläubiger Donaldist
Stefan Skiera
Interview mit Gottfried Helnwein
Helnwein: Schmerz und Gewalt gegen Wehrlose sind die zentralen Themen meiner Arbeit. In den Siebzigern haben meine Bilder und Aktionen Entsetzen hervorgerufen, weil man dachte, ich sei pervers. Der Missbrauch von Kindern wurde damals von der Gesellschaft und den Medien vollkommen verschwiegen. Mittlerweile ist einiges von diesem systematischen Terror gegen Kinder ans Licht gekommen. Sie wurden in der Psychiatrie gefesselt und in dunkle Räume gesperrt und Bettnässer mit Elektroschocks behandelt. Die österreichische Psychiaterin Maria Nowak-Vogl hat Kinder absichtlich mit Malaria infiziert und in ihrem "Kreuzzug gegen Onanie" Röntgenstrahlen, Psychopharmaka und Tiermedikamente bei kleinen Mädchen eingesetzt.

Gottfried Helnwein
02/10/2013
VICE
Gottfried Helnwein
David Bogner
Interview David Bogner, Fotos von Bree Zucker